Tote Millionärin: Zehn Jahre Haft wegen Totschlags

Von: dpa
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Düsseldorf. Elf Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 87 Jahre alten Millionärswitwe hat das Landgericht Düsseldorf einen Schreiner wegen Totschlags verurteilt.

Im zweiten Prozessanlauf erhielt der heute 40 Jahre alte Mann eine Haftstrafe von zehn Jahren und einem Monat. Vor gut einem Jahr war er im selben Fall wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Doch der Bundesgerichtshof hatte das Urteil wegen lückenhafter Beweisführung aufgehoben und wieder nach Düsseldorf verwiesen. Hier konnten die Richter nicht ausschließen, dass der Handwerker sein Opfer im Streit um Geld erdrosselt haben könnte. Im ersten Prozess war das Landgericht von Mord aus Habgier ausgegangen.

Im September hatte der zweite Anlauf mit der erneuten Anklage wegen Mordes begonnen. Der Prozess ging überraschend schnell zu Ende: Am Montag wurden die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen.

Danach hat der gelernte Schreiner die reiche Seniorin Mitte Oktober 2000 in Düsseldorf mit einem Stromkabel erdrosselt und umgerechnet 650 Euro erbeutet. Der in chronischen Geldnöten steckende Mann hatte bei der 87-Jährigen einen Schuppen gemietet, gelegentlich gearbeitet und war mit Mietzahlungen im Rückstand.

Die Tote wurde erst Tage später in ihrer Villa entdeckt, in voller Kleidung und ausgestreckt auf dem Teppich liegend. Der heute 40-Jährige geriet schnell ins Visier der Fahnder, wurde festgenommen, dann aber wieder freigelassen. Erst mit besserer DNA-Analysetechnik bekamen die Ermittlungen neuen Schwung und der Fall wurde wieder aufgerollt.

Staatsanwalt Ralf Herrenbrück erwägt eine erneute Revision. „Zunächst werde ich aber die schriftliche Urteilsbegründung abwarten”, sagte er am Montag. Die Verteidiger hatten wegen der unklaren Beweislage Freispruch für ihren Mandanten gefordert.

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