Tote aus Düren: Tatort zum zweiten Mal untersucht

Von: Helmut Schiffers
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Bitte kein Licht: Das THW Jülich dunkelt am Montagabend den Tatort in Linnich-Hottorf mit Hilfe lichtdichter Folien ab, damit die Kriminalisten, Chemiker und Forensiker neue Spuren sichern können. Foto: H. Schiffers

Linnich/Aachen. „Bis hier und nicht weiter.“ Klare und bestimmende Ansage des Kriminalbeamten, der die Öffentlichkeit am Montagabend vom Gehöft im Linnicher Stadtteil Hottorf fernhält. Dort ist am Ostermontag Christina F. aus Düren-Echtz getötet worden.

Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und Polizei machen sich mit Hilfe des Technischen Hilfswerks bereit, weitere Spuren zu sichern. Dabei stören unliebsame Blicke ebenso wie der ausgerechnet an diesem Abend hell leuchtende Mond.

Oberstaatsanwalt Peter Jansen erklärte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung, die Aussagen einer Zeugin hätten eine weitere Spurensicherung erforderlich gemacht. Es werde nun geprüft, ob sämtliche gesicherten Spuren mit der Aussage der 28 Jahre alten Frau aus Titz, die gestanden hat, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, in Einklang stünden. Mit Ergebnissen sei in einigen Wochen zu rechnen.

Der Mond stört

„Wir machen unsere Arbeit.“ Die Männer des THW Jülich sind am Montagabend ebenso schweigsam wie die rund 15 Spurensucher, die in ihren hellen Schutzanzügen ein kontrastreiches Bild in der aufkommenden Dämmerung abgeben. Immer wieder geht der Blick der Einsatzleitung zum Mond. „Wir können absolut kein Licht gebrauchen“, sagen sie und müssen warten, bis sie mit ihrer Arbeit beginnen können.

Schon früh hat sich ein Großaufgebot von Einsatz- und Zivilfahrzeugen vor dem Gehöft des Tatortes eingefunden. Der ist allenfalls an den aufgestellten Blumen und den brennenden Kerzen vor dem Tor als solcher zu erkennen, die Anwohner im Gedenken an die ermordete Christina F. (27) aufgestellt haben. Aber dafür haben die Kriminalisten an diesem Abend keinen Blick.

Das THW dunkelt den Innenhof des Anwesens völlig ab. Meter um Meter werden lichtdichte Folien abgerollt, damit die Chemiker auch die winzigsten Partikel Erbgutes finden, um daraus eine DNA zu isolieren. Diese soll zweifelsfrei belegen, was sich am Ostermontag auf dem Hof abgespielt hat.

Die 28-jährige Zeugin hatte ihren Ex-Freund, einen 31 Jahre alten Bauarbeiter aus Titz, mit ihrer Aussage schwer belastet. Er habe ihr vor der Tat anvertraut, Christina F., die ein Kind von ihm erwartete, ermorden zu wollen. Als er dies am 21. April auf dem Hof in Linnich-Hottorf getan habe, soll er sie 28-jährige Zeugin angerufen und mit ihrer Hilfe die Leiche in den Echtzer Windpark gebracht haben.

Die Aachener Staatsanwaltschaft hält die Aussage der Frau für glaubhaft, auch wenn die 28-Jährige im Verdacht steht, Beihilfe zum Mord geleistet zu haben. Der mutmaßliche Täter hatte zwar zugegeben, am Ostermontag am Tatort gewesen zu sein. Den Mord aber bestreitet er. Der 31-Jährige und die 28-Jährige sitzen in Untersuchungshaft.

Dass die Ermittler am Montagabend keine Auskunft geben, versteht sich. Sie sind auf dem Hof, um unsichtbare Spuren sichtbar zu machen. Ob sie fündig geworden sind, sagen sie nicht. Auch weil die Spuren erst später im Labor untersucht werden können. Der Rechtsanwalt des mutmaßlichen Täters ist auch vor Ort, zur Sicherheit. Niemand soll später behaupten können, die Ermittler hätten nicht sorgfältig gearbeitet.

Es ist weit nach Mitternacht, als die etwa 30 Menschen den Ort wieder verlassen. Erst dann dürfen die Bewohner des Hofes in ihre Wohnungen zurück. Vielleicht waren die Ermittler nicht das letzte Mal dort. Wenn es nämlich „im Laufe des Prozesses, was ja nicht selten ist, zur Rekonstruktion des Tathergangs kommen wird“, wie einer der beteiligten Beamten sagt, könnte der Hof zum dritten Mal untersucht werden.

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