Tornado auf Fliegerhorst Büchel verunglückt: Zwei Verletzte

Von: ddp
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Bundeswehr-Tornado in Büchel verunglückt
Ein Tornado-Kampfjet der Bundeswehr liegt neben der Landebahn des Fliegerhorsts Büchel. Nach einem Zwischenfall bei der Landung hatte sich die Maschine überschlagen. Pilot und Waffensystemoffizier konnten sich mit dem Schleudersitz retten und wurden verletzt. Foto: dpa

Köln/Büchel. Bei der Bruchlandung eines „Tornado”-Kampfjets der Bundeswehr sind am Montagabend auf dem Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) beide Besatzungsmitglieder verletzt worden.

Das Kampfflugzeug des in Büchel stationierten Jagdbombergeschwaders 33 kam nach Darstellung der Luftwaffe bei der Landung von der Piste ab, überschlug sich mehrmals und blieb auf dem Rücken liegen.

Die beiden Besatzungsmitglieder hatten sich kurz zuvor mit dem Schleudersitz gerettet. An dem „Tornado” entstand Totalschaden. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar. Zum Zeitpunkt des Vorfalls sei das Wetter „ungünstig” gewesen, es habe geregnet und gestürmt, sagte der Kommandeur des Jagdbombergeschwaders 33, Jan Kuebnat.

Der Flugschreiber wurde sichergestellt. Die Auswertungen durch Experten der Generalflugsicherheit dauerten aber noch an. Erst nach Abschluss der Untersuchungen kann etwas zur genauen Ursache des Unfalls gesagt werden. Die beiden Verletzten werden im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt.

Nach Angaben von Kommandeur Kuebnat bestand für sie zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr. Er selbst habe Gelegenheit gehabt, vor dem Abtransport ins Krankenhaus mit beiden kurz zu sprechen. Bei dem Hauptmann und einem Major habe es sich um ein „sehr erfahrenes Besatzungsteam” gehandelt.

Die Maschine habe einen „unspektakulären Übungsflug” absolviert und auch keine Bewaffnung an Bord gehabt. Der „Tornado”, der 1981 für die Bundeswehr angeschafft wurde, gilt als sicheres und zuverlässiges Kampfflugzeug. Unfälle mit diesen Maschinen sind relativ selten. Oft wurden bei Abstürzen Fehler der Besatzung festgestellt. Das Flugzeug wird von einem Piloten und einem dahinter sitzenden Waffensystemoffizier bedient.

Vor dem Hintergrund der vermuteten Lagerung von Atomwaffen auf dem Fliegerhorst sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken: „Mit dem Absturz sind die Gefahren für die Bevölkerung und die stationierten Soldaten in Büchel wieder mehr als deutlich geworden.” Die Übungsflüge über einem Atomwaffenstandort müssten sofort eingestellt werden, forderte sie. Die Übungen im Umgang mit nuklearen Waffen widersprächen „in höchstem Maß” dem von Deutschland unterzeichneten Atomwaffensperrvertrag.

Auf dem Fliegerhorst in der Eifel unterhält das Jagdbombergeschwader 49 Maschinen vom Typ „Tornado”. Rund 1700 Soldaten sind hier eingesetzt. Atomwaffengegner vermuten, dass hier nukleare Waffen stationiert sind. Büchel sei der letzte Atomwaffenstandort in Deutschland.
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