Tödlicher Unfall auf A4: Geisterfahrer prallt gegen Lkw

Von: Marc Heckert
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Völlig zerfetzt wurde das BMW-Cabrio beim Aufprall auf den entgegenkommenden Lastwagen. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler/Düren. Erneut ist am Donnerstag auf der Autobahn 4 bei einem schweren Unfall ein Mensch ums Leben gekommen. Der 40-Jährige war mit seinem Wagen bei Weisweiler in die falsche Richtung auf die Autobahn gefahren und gegen einen Lastwagen geprallt.

Die Autobahn musste bis nach Mitternacht gesperrt werden. Laut Polizei gibt es Anzeichen, dass der Mann absichtlich gehandelt hat.

Gegen 16 Uhr lenkte der Mann aus Eschweiler sein BMW-Cabrio im dichten Berufsverkehr an der Anschlussstelle Weisweiler in verkehrter Richtung auf die Fahrspur in Richtung Heerlen/Aachen. Schon etwa 200 bis 300 Meter hinter der Auffahrt prallte sein Wagen dann frontal in den Lastwagen. Das Auto wurde durch den Aufprall regelrecht zerrissen, das Wrack fing Feuer.

Der Unfallfahrer wurde so schwer verletzt, dass er noch vor Ort starb. Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 aus Merzbrück flog zwar einen Notarzt herbei, doch der konnte nichts mehr für den Verunglückten tun. Der Lastwagenfahrer, ein 47-Jähriger, erlitt einen Schock, ein weiterer Unfallzeuge ebenso. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht.

Der Autobahnabschnitt zwischen Aachen und Köln gilt als unfallträchtig. Zur hohen Verkehrsbelastung auf der Ost-West-Achse kommt, dass mehrere Dauerbaustellen die Fahrbahn verengen, so bei Düren und westlich des Kerpener Kreuzes. Immer wieder hatte es in den vergangenen Monaten schwere Unglücksfälle gegeben.

Die Polizei in Köln hat im Fall des 40-Jährigen jedoch besondere Vermutungen. „Derzeit liegen Hinweise vor, dass es sich um ein suizidales Geschehen handeln könnte“, teilte die Autobahnpolizei Köln am Abend mit. Das Unfallaufnahmeteam leitete sofort Ermittlungen ein.

Die Autobahn in Richtung Aachen wurde ab dem Kreuz Kerpen gesperrt, der Verkehr nach Aachen über die Autobahnen A61 und A44 umgeleitet. Hinter der Sperre staute sich der Verkehr zeitweise bis zu zehn Kilometer weit.

Zumindest die Pkws konnten nach mehreren Stunden schließlich wenden und über die Auffahrt Düren die Autobahn verlassen. Die Lastwagen mussten dagegen teilweise mehr als sieben Stunden lang stehenbleiben, bis kurz vor 23 Uhr die Autobahnmeisterei die erste Fahrspur für kurze Zeit freigab. Als sich der Lkw-Stau aufgelöst hatte, musste der Abschnitt noch einmal gesperrt werden, um die Fahrbahn von letzten Trümmerteilen zu reinigen. Erst gegen 1 Uhr nachts wurden die Umleitungstafeln am Kerpener Kreuz abgebaut.

Jährlich werden bundesweit zwischen 2400 und 2700 Geisterfahrer gemeldet. Rund 75 bis 80 Mal pro Jahr kommt es auf deutschen Autobahnen zu Unfällen, dabei sterben im Schnitt knapp 20 Menschen pro Jahr. Im vergangenen Jahr gab es sogar 26 Tote bei Geisterfahrer-Unfällen. Insgesamt kommen jährlich rund 400 Menschen bei Unfällen auf Autobahnen ums Leben.

Wie sich Falschfahrer-Unfälle verhindern lassen, ist umstritten. Aus dem Asphalt herausklappbare Metallkrallen, die die Reifen der Autos zerstören, sind nach Ansicht vieler Fachleute nicht praktikabel. Warnschilder wiederum würden von Geisterfahrern, die sich bewusst selbst töten wollten, ignoriert.

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