Hasselt/Aachen - Tödlicher Rhinovirus: Bereits fünf Pferde verendet

Tödlicher Rhinovirus: Bereits fünf Pferde verendet

Von: jot/heck/tka
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Ein Pferd schaut aus seiner Box. Symbolfoto: dpa

Hasselt/Aachen. Ein Ausbruch der gefährlichen Pferdeherpes-Krankheit sorgt bei Pferdehaltern im belgischen Limburg derzeit für große Sorgen. Nachdem am Mittwoch auf einem Gestüt in Alken bei Hasselt bereits das fünfte Tier der besonders aggressiven Form des sogenannten Rhinovirus zum Opfer gefallen war, wurden sämtliche Reitveranstaltungen in der Provinz abgesagt.

Wie das belgische Nachrichtenportal Het Belang van Limburg berichtet, haben Tierärzte bestätigt, dass es sich um eine Form der Herpesvirusinfektion handelt. Die Krankheit kann Lähmungserscheinungen durch eine Entzündung des Rückenmarks verursachen. Zurzeit leiden weitere fünf der verbliebenen 31 Tiere auf dem Gestüt unter Fieber.

Wegen der Gefahr des Virusausbruchs wurden alle pferdesportlichen Veranstaltungen für das kommende Wochenende abgesagt, meldet die Reiterorganisation Vlaams Paardenloket auf ihrer Webseite.

Das betroffene Gestüt selbst bleibt vorsorglich bis Ende März geschlossen. Auch andere Gestüte in der Provinz Limburg seien alarmiert, auch wenn es dort noch zu keinem Vorfall kam. Die Tierärzte im Land seien zu Wachsamkeit aufgerufen worden. Vermutlich sei der Virus durch ein fremdes Pferd vor einigen Wochen übertragen worden.

Mehrere Fälle von Pferdeherpes in nördlich gelegenen Teilen der Niederlande hatten 2012 landesweit zur Absage von pferdesportlichen Veranstaltungen geführt. Die Krankheit drang auch über die Grenze: In Aachen musste ein Tier getötet werden.

Der Rhinovirus kann tödlich sein. Während vor allem bei jungen Pferden der Verlauf eher harmlos sei und einer Grippe ähnelt, kann bei einer schwereren Form, die vor allem tragende Stuten befällt, diese ihr Fohlen verlieren. Im schlimmsten Fall, der so genannten „neurologischen Verlaufsform”, wird das Rückenmark des Pferdes befallen. Es kommt zu Lähmungserscheinungen ähnlich einer Querschnittslähmung, bis hin zum Tod des Tieres.

Eine Impfung bildet gegen die Infektion. Doch viele Pferdehalter scheuten die Kosten für die Impfung, sagte seinerzeit der Aachener Tierarzt Dr. Friedrich-Wilhelm Hanbücken unserer Zeitung. Nach erfolgter Grundimmunisierung betragen die Kosten alle sechs Monate rund 25 Euro.

Innerhalb von 24 bis 48 Stunden lasse sich mit einem so genannten Lebendimpfstoff eine erste wirksame Barriere gegen das Virus aufbauen. Zwar senke auch die vorbeugende Impfung das Infektionsrisiko nicht völlig auf Null. Falls die Krankheit ausbreche, verlaufe sie jedoch wesentlich milder, so der Veterinär.

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