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Tödlicher Lkw-Unfall: Beide A4-Richtungen wieder frei

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
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Auch am Donnerstag pumpten die Einsatzkräfte noch die gefährliche Chemikalie aus dem aufgerichteten Anhänger ab. Foto: Ralf Roeger
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Der Tanklastzug war an der Autobahntankstelle Langveld kurz hinter der Grenze bei Bocholtz von der Fahrbahn abgekommen, die Zugmaschine überschlug sich. Foto: Günter Jungmann
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Der Fahrer wurde eingeklemmt. Seine Leiche konnte auch einen Tag später noch nicht aus dem zertrümmerten Fahrerhaus geborgen werden. Foto: Ralf Roeger
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Die Autobahn 4/A76 musste zeitweise in beide Richtungen voll gesperrt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Foto: Ralf Roeger
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Auch auf den Nebenstraßen brach der Verkehr völlig zusammen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mehr als 24 Stunden nach dem tödlichen Unfall mit einem Chemikalientransporter kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze ist die Autobahn 4 zwischen Aachen-Laurensberg und Grenzübergang Vetschau wieder in beide Richtungen frei. Es kommt allerdings weiterhin zu langen Staus. Der Tanklastwagen war am Mittwoch verunglückt, der 62-jährige Fahrer aus Belgien kam dabei ums Leben.

Gegen 14 Uhr waren am Donnerstag zunächst die Fahrspuren der A76 - des niederländischen Gegenstücks der A4 - in Richtung Deutschland freigegeben worden. Ab etwa 16.30 Uhr floss der Verkehr auch in Richtung Westen zumindest auf einer ersten Spur wieder. Die Sperrung der zweiten Spur soll nach Auskunft der Autobahnpolizei Köln noch bis in die Nacht andauern.

Am Mittwoch gegen 14.45 Uhr war der Sattelschlepper aus dem belgischen Gent an der Tankstelle Langveld aus noch ungeklärten Gründen von der Fahrbahn abgekommen und hatte die Leitplanken durchbrochen. Der Auflieger stürzte um, die Zugmaschine überschlug sich und blieb quer zur Autobahn auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde im Wrack eingeklemmt.

Leiche des Fahrers mehr als 24 Stunden eingeklemmt

Alarmierte Rettungskräfte bemühten sich, zu dem Mann zu gelangen, doch für ihn kam jede Hilfe zu spät. Das niederländische Nachrichtenportal 1Limburg berichtet, dass die Einsatzkräfte wegen auslaufender gefährlicher Stoffe zunächst nicht sofort zu dem havarierten Fahrzeug gelangen konnten. Erst als sicher war, dass es an dem Tankauflieger nur ein kleines Leck gegeben hatte und für die Retter keine Gefahr bestand, konnten die Arbeiten beginnen.

Dennoch konnte die Leiche nach Angaben von 1Limburg.nl auch am nächsten Tag nicht aus dem völlig zertrümmerten Fahrerhaus befreit werden. Der Körper des Fahrers wird erst geborgen werden können, wenn das Wrack andernorts demontiert worden ist. Die niederländische Polizei gab am Donnerstagabend bekannt, dass der Fahrer aus der Gemeinde Lochristi bei Gent in Belgien stammte.

Die vielbefahrene Ost-West-Achse A4 musste in Richtung Niederlande voll gesperrt werden - wegen der Explosionsgefahr in beiden Richtungen. Es bildeten sich kilometerlange Staus, auch die Ausweichstrecken waren überlastet. Vor allem am späten Nachmittag und am frühen Abend kam der Verkehr im weiten Umkreis zeitweise völlig zum Erliegen. Das Autobahnkreuz Aachen wird täglich von rund 100.000 Fahrzeugen passiert, der Großteil davon ist in öst-westlicher Richtung unterwegs.

Die Geduld der Autofahrer in der Region wurde auf eine harte Probe gestellt. Die Auffahrt Aachen-Zentrum war in Richtung Heerlen gesperrt, aus Aachen kommende Fahrzeuge werden in Laurensberg von der Autobahn abgeleitet. Für den westwärts fließenden Verkehr in Richtung Maastricht bietet sich die Autobahn 44/E40 in Richtung Lüttich als Umleitung an. Fahrer aus Köln in Richtung Eindhoven werden ab Kreuz Kerpen auf die Autobahn 61 und über Mönchengladbach und Venlo geleitet.

Auch auf der Autobahn 44 von Mönchengladbach in Richtung Aachen kam es am Donnerstagmorgen zu langen Staus. Zwischen Alsdorf und der Abfahrt Aachen-Brand stockte der Verkehr zwischenzeitlich auf zehn Kilometern Länge.

Im Tankauflieger des Fahrzeugs soll die brennbare Chemikalie Methylmethacrylat gewesen sein. Sie wird für die Herstellung von Kunststoffen benötigt. Das Abpumpen der Flüssigkeit in einen zweiten Tanklastwagen zog sich die gesamte Nacht über bis in den Donnerstagvormittag hinein hin. Zuvor hatten die Feuerwehrleute den umgestürzten Tankauflieger mit einem Schaumteppich gegen Feuer gesichert. Ein Schwerlastkran richtete den umgestürzten Auflieger dann auf.

Aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie unter  www.aachener-nachrichten.de/staus.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Leichnam des Fahrers sei bereit am Mittwoch geborgen worden. Tatsächlich war er auch am Donnerstagmittag noch nicht geborgen worden.

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