Tödliche Unfälle: Vorsicht im Badesee

Von: Angela Delonge
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Schilder am Ufer des Blausteinsees weisen darauf hin, dass man sich auf eigene Gefahr ins Wasser begibt. Eine Aufsicht erfolgt nicht. Die DLRG hat an Wochenenden vorrangig die Segelboote im Blick. Foto: Patrick Nowicki

Aachen. Am Freitag ist wieder ein Mensch in einem Naturfreibad ertrunken: eine Touristin aus China, die nach Auskunft der Polizei in Kleve „keine gute Schwimmerin“ war. Trotzdem wollte sie unbedingt mit Bekannten schnorcheln.

Ein erfrischendes Bad im See – darauf freuen sich auch an diesem Wochenende viele Menschen. Die Lufttemperatur ist hoch – und die aktuellen Wassertemperaturen der hiesigen Badeseen sind es auch. Doch das Baden im See birgt auch Gefahren, über die sich die Wenigsten im klaren sein dürften.

Tödliche Badeunfälle sind für Michael Grohe keine Seltenheit: 27 Menschen sind 2015 in NRW beim Baden ertrunken, sagt der Sprecher des Landesverbands Nordrhein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), fast alle waren Männer.

„Der Hauptgrund für einen Badeunfall ist eine Kombination aus Überschätzung der eigenen Kraft und Unterschätzung der Gefahren“, sagt Grohe. Die wenigsten Menschen könnten zum Beispiel vom Ufer aus realistisch einschätzen, wie lang die zu bewältigende Strecke tatsächlich sei und welche Temperatur das Wasser weitab vom Ufer habe. „Es passiert schnell, dass dann die Kräfte schwinden.“

Zudem könne auch das warme Wasser von Badeseen an manchen Stellen zehn Grad kälter sein. Werden Schwimmer von einer plötzlichen kalten Strömung erwischt, kann das zu einer Schockstarre führen. Grohe: „Der Schwimmer ist dann nicht mehr in der Lage, sich aus dieser Situation zu befreien.“

Wenn ein Mensch ertrinkt, hat das nichts mit den dramatischen Szenen zu tun, die man aus Filmen kennt. „Ertrinken ist ein stiller Vorgang“, sagt Grohe. Vom Ufer aus sei dies kaum zu bemerken. Der Schwimmer brauche alle Kraft, sich über Wasser zu halten. Ein Hilferuf oder das vermeintlich typische Mit-den-Armen-Rudern seien kaum noch möglich. „Ertrinkende sinken wie ein Stein.“

Damit der Badespaß am Wochenende nicht mit einem tödlichen Unfall endet, erinnert Grohe an die klassischen Baderegeln: nicht überhitzt in vermeintlich warmes Wasser springen und sich an die vorgegebenen Abgrenzungen halten. „An den meisten Badeseen sind bestimmte Abschnitte so gestaltet, dass man da baden darf und in der Regel nichts passiert“, sagt auch Peter Schütz vom Landesverband Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv).

Und dann mahnt er eindringlich: „Man darf auf gar keinen Fall alkoholisiert schwimmen gehen!“

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