Düsseldorf - Todesfalle Rhein und Ruhr: Schon sieben Badetote

Todesfalle Rhein und Ruhr: Schon sieben Badetote

Von: dpa
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Düsseldorf. Mit steigenden Temperaturen erhöht sich auch die Zahl tragischer Badeunfälle in Flüssen und Seen. In diesem Jahr starben nach Angaben der Polizei in Duisburg bereits sieben Schwimmer im Rhein - zuletzt drei bei Wesel.

Im vergangenen Jahr sind in Nordrhein-Westfalen nach Informationen der Deutschen Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 57 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. „Das Schwimmen in Flüssen ist nicht verboten, aber auch nicht erlaubt”, sagt Wolfgang Worm, Sprecher der DLRG in Düsseldorf am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. „Man kann den Leuten nur sagen: Seid vernünftig, spielt nicht mit eurem Leben.”

Rhein und Ruhr könnten schnell zur Todesfalle werden. Die größte Gefahr gehe von der Strömung aus, warnt der DLRG-Sprecher. Sie erreiche in der Fahrrinne Geschwindigkeiten von bis zu zehn Stundenkilometern. Aber auch am Ufer lauert die Gefahr: Das Wasser sei dort zwar oft still, doch Wirbel und Sog könnten Badende schnell hinabreißen. Es sei ein Irrglaube, dass Schiffe einem Schwimmer ausweichen könnten: „Schiffe haben einen Anhalteweg von 300 Metern und mehr”, sagt Worm.

Ist ein Schwimmer in Not, „muss er Nerven bewahren und auf sich aufmerksam machen. Er sollte nicht versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen”, sagt Worm. Retter sollten auch nicht unüberlegt hinterherschwimmen. „Das nützt nichts”, weiß Worm. Besser wäre, dem in Not Geratenen einen Stock oder eine Jacke zu reichen und zu versuchen, ihn damit aus dem Wasser zu ziehen.

Von einer Abkühlung im Baggersee rät der Rettungsexperte grundsätzlich ab. „Das Ufer ist dort meist sehr steil, fällt mehrere Meter tief ab”, warnt Worm. Dies verleite dazu, einfach ins Wasser zu springen, obwohl man den Grund des Sees nicht sehen kann. Kalte Stellen durch unterschiedliche Wassertiefen sorgten zudem oft für Panik. Eine weitere Gefahr für Schwimmer seien Kanus, Jet-Skis und Sportboote.

Eltern sollten ihre Schützlinge nicht aus den Augen lassen, weil Wasser auf Kinder eine „unheimliche Anziehungskraft” ausübe. Der Rettungsexperte rät dazu, Kindern ab fünf Jahren das Schwimmen beizubringen. Von Schwimmhilfen halte er nichts, „die gaukeln trügerische Sicherheit vor”.

Wer auf das Bad in Fluss und See nicht verzichten will, sollte darauf achten, dass er sich körperlich wohl fühle und sich nicht selbst überschätze. Nach Angaben der DLRG ist etwa die Hälfte der Badetoten älter als 50 Jahre. Dreiviertel davon sind Männer, die oft „nochmal zeigen wollen, dass man noch was drauf hat”. Worm rät: „Wer schwimmen kann, sollte sich zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen.” Kurse dauerten nur wenige Stunden und seien meist kostenlos.

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