Tihange: Mängel beim Stresstest

Von: ai
Letzte Aktualisierung:
Tihange Atomkraftwerk
Umstritten: Das Atomkraftwerk Tihange, zwischen Huy und Lüttich an der Maas gelegen. Der alte Meiler wird in Zukunft vom Netz genommen. Foto: Wikipedia Commons/Michiel Verbeek

Brüssel/Lüttich. Die beiden belgischen Atomkraftwerke (AKW) in Doel und Tihange sind relativ sicher. Das berichtet die belgische Zeitung „Grenz-Echo”. Die Zeitung beruft sich dabei auf das Ergebnis eines Stresstestes, der von der Betreiberfirma Electrabel vorgelegt wurde.

Nach der Katastrophe von Fukushima hatte die EU ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, solche Tests durchzuführen. Dabei sollte geprüft werden, ob die AKW bei Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Hochwasser ausreichend geschützt sind.

Während die vier Reaktoren im nordbelgischen AKW Doel in fast allen Bereichen des Testes gut abschneiden, offenbart vor allem der älteste der drei Reaktoren in Tihange bei Lüttich Schwächen.

Im Hinblick auf den Erdbebenschutz werden an diesem Block 1 21 Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen, die sich jedoch nicht auf das Reaktorgebäude selbst, sondern auf umgebende Bauten beziehen. Auch für den Hochwasserfall werden Investitionen wie beispielsweise eine hohe Schutzmauer empfohlen.

Bei Flugzeugabstürzen besteht laut Test bei Doel 1 und 2 sowie Tihange 1, die alle 1975 gebaut wurden, die Gefahr von erheblichen Schäden. Zwar sei unwahrscheinlich, dass der Reaktorkern getroffen werde, eine Verstärkung der verbunkerten Gebäude sei aber geboten.

Der von der Betreiberfirma vorgelegte Stresstest wird nun von der belgischen Atomaufsicht FANK sowie im Anschluss von Experten aus anderen Staaten überprüft. Mit einem Abschlussbericht ist im April 2012 zu rechnen. FANK-Generalverwalter Willy De Roovere äußerte sich aber bereits jetzt positiv im „Grenz-Echo”: „Die Anlagen sind robust. Es ist nicht erforderlich, aus Sicherheitsgründen einen Reaktor runterzufahren.”

Das soll 2015 geschehen. Vor knapp zwei Wochen hatte die künftige Regierungskoalition den Ausstieg aus der Atomenergie verkündet. Betreiber Electrabel hatte daraufhin angekündigt, die Reaktoren Doel 1 und 2 sowie Tihange 1 nach 40-jähriger Laufzeit abzuschalten. Unklar ist derweil, ob der nun vorliegende Test dazu führen könnte, dass Electrabel die Reaktoren früher abschaltet. Eine Entscheidung darüber soll laut „Grenz-Echo” im kommenden Jahr fallen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert