Tierquälerei? Pferdezüchter Fritz B. schweigt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Landwirt Fritz B. (72) aus Aachen-Krauthausen steht wieder vor Gericht. Direkt neben dem Pferdezüchter, der nach massiven Protesten von Tierschützern inzwischen ein städtisches Tierhaltungsverbot auferlegt bekommen hat, sitzt seine Tochter Elke B. (39).

Beide müssen sich seit Donnerstag vor dem Aachener Schöffengericht strafrechtlich verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen zum Teil schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor, gegen die die beiden Angeklagten in wechselnder Besetzung verstoßen haben sollen.

Ihre Pferde, zum Großteil zur Zucht verwendet, sollen zwischen Februar 2006 und Juli 2008 gequält worden oder teilweise verwahrlost gewesen sein. Auf angepachteten Wiesen rund um das Aachener Indetal bekamen sie laut Anklage oftmals über Tage kaum Wasser, zu wenig oder schlechtes Futter, waren ungeschützt Wind und Wetter ausgeliefert.

Insbesondere die Tochter wehrte sich gegen die Vorwürfe. Von manchem, was der Vater getan haben soll, habe sie keine Kenntnis gehabt. Die Bäckereifachgesellin und Nebenberufslandwirtin geht tagsüber arbeiten und überließ die Sorge um die Tiere weitgehend ihrem Vater.

Bei dem wohl schwerwiegendsten Tatvorwurf geht es um die brutale Tötung eines völlig abgemagerten Wallachs mit einem Hammer. Das Pferd stand auf einer Wiese bei Eschweiler, von seiner Existenz wusste die Tochter, wie sie sagte, rein gar nichts. Ein Zeuge, ein 62-jähriger Lkw-Fahrer, berichtete, er habe die Polizei holen wollen, weil er sah, wie das Tier im Juli kurz vor dem Verenden auf der Weide lag. Er traf Landwirt B. auf der Wiese an, der mit einem Hänger vorgefahren war.

Anscheinend wollte jener, so der Zeuge, das sterbende Tier auf den Wagen ziehen. Als der 62-Jährige vom Telefonat mit der Polizei zurückkam, war der Wallach bereits tot. Ein Beamter fand im Heck von B. einen blutverschmierten Fäustel mit Tierhaaren. So geht die Anklage davon aus, dass jener das unterernährte Tier erschlug. Ein Urteil wird am 24. September erwartet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert