Hellenthal - Tier-Erlebnispark in Hellenthal: Erfolgsgeschichte mit Adlern und Co.

Tier-Erlebnispark in Hellenthal: Erfolgsgeschichte mit Adlern und Co.

Von: Gudrun Klinkhammer
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Das ist Anni Henrich mit Filly. Der Brillenkauz ist drei Jahre alt. Mit elf Jahren entdeckte die junge Frau aus Herhahn ihre Liebe zu Greifvögeln – bei Vorführungen der Falkner aus Hellenthal. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Übergabe zweier Weißkopfseeadler 982 an den US-Präsidenten Ronald Reagan im Beisein von Helmut und Loki Schmidt, rechts Horst Niesters.
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Die ersten Falkner, die in Hellenthal von Horst Niesters (r.) ausgebildet wurden, waren die Hellenthaler Gerd Dahm (l.) und Gabriele Neubert (Mitte).
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Karl Fischer kam im Alter von 15 Jahren nach Hellenthal ins Wildgehege. Heute ist er gemeinsam mit Ute Niesters Inhaber der Einrichtung und weltbekannter Falkner.
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Majestätisch wirken die Vögel der Greifvogelstation Hellenthal und sind Ziel vieler Fotografen, sowohl am Boden als auch in der Luft.
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Ute Niesters übernahm das Erbe ihres Mannes Horst, der 20009 im Alter von 72 Jahren verstarb. Gemeinsam mit Karl Fischer führt sie weiter mit großem Engagement das Wildgehe mit der Greifvogelstation. Dass jedes Jahr 100.000 Menschen kommen, freut sie.

Hellenthal. Anni Henrich war elf Jahre alt, da sah sie in ihrem Heimatdorf Herhahn in der Eifel zum ersten Mal Adler und Falken in die Lüfte steigen. In vielen Ortschaften waren die Falkner und Mitarbeiter damals unterwegs, um die Menschen mit den Tieren zu begeistern, so auch in Herhahn.

Der Gymnasiastin ließ das Gesehene keine Ruhe. Die heute 27-Jährige fragte nach, ob sie nicht mal im Gehege und in der Greifvogelstation ehrenamtlich mitarbeiten dürfe. Über derartige Anfragen freuen sich die Inhaber und Betreiber der Einrichtung, Ute Niesters und Karl Fischer. Sie banden die interessierte Eifelerin gleich mit ein.

In den Sommerferien 2001 absolvierte die Jugendliche ein zweiwöchiges Praktikum, säuberte Volieren, lernte Arbeitsabläufe kennen, führte kleinere handwerkliche Arbeiten durch und nahm Kontakt zu den edlen Vögeln auf. Vögel wiegen, Vögel richtig tragen, daran erinnert sich Anni Henrich heute noch, als wäre es gestern gewesen.

Gewissenhaft vorbereitet

Anni Henrich heute: „Ich wurde gewissenhaft darauf vorbereitet, einen Greifvogel zu tragen, denn dafür braucht es eine sehr ruhige Hand.“ Für dieses spezielle Training stellte Karl Fischer Anni Henrich ein Glas Wasser auf die Hand. Ging beim Gehen mit dem Glas auf der Hand etwas daneben, dann war die Hand noch nicht ruhig genug. Ein Greifvogel nahm darauf erst Platz, als diese Übung saß.

Über die Jahre hinweg lernte Anni Henrich nicht nur Vögel zu tragen, sondern wurde auch kundig in Flugtraining und Moderation. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst erfolgreich eine Lehre als Tierarzthelferin, bevor sie dem Druck nachgab, der auf ihr lastete: „Wer Abitur hat, der muss studieren gehen. Also schrieb ich mich für Agrarwissenschaften in Aachen ein.“ Sie tat sich schwer mit der Büroarbeit, ging für ein halbes Jahr zurück nach Hellenthal, um dort wieder bei und mit den Tieren zu arbeiten, und wusste dann genau: „Ich wollte nicht mehr zurück ins Studium, das war nicht meine Welt und auch nicht mein Thema.“

Mit bereits abgeschlossener Lehre, dem Jagdschein, dem Falknerschein und einem Arbeitszeugnis von Karl Fischer und Ute Niesters bewarb sich Anni Henrich beim Kölner Zoo. Die Direktion zögerte nicht und gab der jungen Frau einen Ausbildungsplatz als Zootierpflegerin. Anni Henrich ist inzwischen im dritten Lehrjahr und sehr glücklich. Den Schritt weg vom Studium, wieder hin zur Praxis, hat sie nicht bereut. Henrich: „Ich muss raus an die frische Luft und zu meinen Tieren. Das füllt mich sowohl körperlich als auch geistig aus.“ Einen Satz ihres früh gestorbenen Vaters Jürgen Henrich hatte sie in den vergangenen Jahren immer im Ohr: „Du verbringst so viel Zeit bei der Arbeit, daher mache das, was dich glücklich macht!“

Szenenwechsel

In diesen Tagen feiert das Wildgehege Hellenthal mit Greifvogelstation 50. Geburtstag. Ute Niesters (73) erinnert sich an die Anfänge: „Bei dem Boden, auf dem mein Mann Horst und ich vor 50 Jahren starteten, handelte es sich um Splitterwald. Forstwirtschaftlich war das Gebiet, das damals noch der Hellenthaler Familie Staudt gehörte, uninteressant.“

Ute Niesters und ihr Mann, ein gelernter Koch und Konditor, führten damals ein Restaurant in Nitterscheid bei Bad Münstereifel. Zunächst baute der leidenschaftliche Jäger und Falkner Horst Niesters den Eifelpark Gondorf mit auf, konnte seine Ideen aber dort nicht alle verwirklichen. Die Hellenthaler Förster Horst Pankatz und Paul Losenhausen kamen damals gemeinsam mit Familie Staudt auf die Idee, aus dem Splitterwald ein Wildgehege erwachsen zu lassen, und traten mit dieser Idee an Familie Niesters heran. Für Horst Niesters wurde ein Traum wahr. Er hängte das Restaurant an den Nagel und folgte ganz der neuen Idee.

Die Sensation

Am 16. September 1967 war es soweit: Die erste Greifvogelstation in Hellenthal wurde eröffnet. Das Projekt verlangte Opfer, vor allem in der Gründungsphase. Die Arbeitstage waren lang, für die Familie blieb kaum Zeit. Doch auf der anderen Seite steht eine sagenhafte Erfolgsgeschichte. Viele Staatsoberhäupter und zahlreiche bekannte Politiker, Tierfilmer wie Heinz Sielmann und Fachleute kamen nach Hellenthal – und hielten Kontakt.

Ute Niesters: „Der absolute Höhepunkt war wohl der erste Zuchterfolg bei den Weißkopfseeadlern. Das war so sensationell, dass man uns das gar nicht glauben wollte.“ Behörden hatten das ganze Prozedere begleitet und kontrolliert, so dass der Zuchterfolg bewiesen werden konnte.

Schwierigkeiten brachten gelegentlich Besitzerwechsel mit sich. Aber auch die wurden gemeistert. 15 Festangestellte und viele Ehrenamtler sorgen nun für einen reibungslosen Alltag im Hellenthaler Zoo. Ute Niesters: „Früher haben wir möglichst einheimische Tiere angesiedelt. Heute ist es auch durchaus üblich, Streicheltiere und Exoten zu halten.“ Geöffnete Gehege, bei denen die Besucher zum Beispiel Lamas streicheln können, kommen sehr gut an.

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