Thaiboxer Baktash Saidi: Auf dem Weg zur Weltspitze

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Am Samstagabend steht Baktash Saidi (rechts) in Langerwehe im Ring. Der amtierende Europameister freut sich bereits auf den Kampf. Foto: privat
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In zwei Wochen steht Thaiboxer Baktash Saidi (rechts) wieder im Ring. Zehn Jahre hat er nicht mehr in seiner Heimat gekämpft. Foto: privat

Region. Am Samstag ist es soweit, und die Anspannung ist für Baktash Saidi kaum noch auszuhalten. Nervös müsste er aber eigentlich nicht sein. Immerhin kassierte er in mehr als 90 Amateur- und Profikämpfen bisher nur drei Niederlagen und setzte sich sogar schon gegen Profis aus Thailand, dem Ursprungsland des Sports, durch.

„Nervosität ist normal, aber diesmal ist die Anspannung noch größer. Als Lokalmatador darf einfach nichts schiefgehen. Wer will schon zu Hause verlieren?“, sagt Saidi, der 1992 mit seiner Familie aus Afghanistan flüchtete und seitdem in Deutschland lebt.

Damit einem Sieg nichts im Weg steht, trainierte er in den vergangenen Monaten sieben Mal in der Woche bis zu drei Mal am Tag für rund eineinhalb Stunden. Auf seinem Programm standen Konditions-, Kraft- und Kampftraining. Schließlich musste er 13 Kilo abspecken, um in seiner Gewichtsklasse (69 bis 75 Kilogramm) antreten zu können.

Warum er nicht in einer anderen Gewichtsklasse antrat? „Da fühle ich mich nicht wohl. Je mehr man wiegt umso ungelenkiger ist man“, sagt er und fügt hinzu: „Dann hole ich lieber den letzten Tropfen an Kondition raus.“ Fünf Runden à drei Minuten dauert der Hauptkampf des Abends. Gewinnt Saidi den Kampf, werden ihm Punkte gut geschrieben.

An der europäischen Spitze steht er bereits, nun will er sich auch an die Weltspitze kämpfen. Sein Ziel: Im kommenden Jahr will er an der Weltmeisterschaft im Thaiboxen teilnehmen und natürlich auch gewinnen. Qualifiziert er sich dafür, könnte diese sogar in der Region stattfinden. Beim Thaiboxen werde die Organisation großer Events anders gehandhabt als bei anderen Sportarten, sagt er.

Doch nicht nur zu Düren hat Saidi eine enge Bindung. In Eschweiler betreibt er ein Sportstudio, in dem er Kinder und Erwachsene trainiert. Am heutigen Kampfabend werden auch seine Schüler im Ring stehen. 25 Kämpfe aller Altersklassen soll es im Vorprogramm geben. Tänzer und Rapper runden das Programm ab.

Unter dem Namen „Afghanischer Tiger“ tritt schließlich Saidi, der als kleiner Junge in Düren mit der Kampfkunst Ju-Jutsu startete, in den Ring. Das Thaiboxen entdeckte er mit 14 Jahren. An eine Profikarriere dachte er zu diesem Zeitpunkt nicht. Nach der Schule schloss er eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann ab.

Mit 18 Jahren entschied er, sich mit einer Kampfschule selbstständig zu machen. Die Arbeit mit den jungen Sportlern macht Saidi Spaß. Er hofft, dass die Besucher den auch heute Abend haben werden. Vor allem aber will er nicht enttäuschen und sein Bestes geben. Schließlich ist es dieser Titel, der Saidi in seiner sportlichen Laufbahn noch fehlt.


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