Tausende junge Leute protestieren für bessere Arbeit

Von: dpa
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Düsseldorf/Köln. Mehrere tausend junge Menschen aus ganz Deutschland wollen an diesem Samstag in Köln für bessere und sichere Jobs auf die Straße gehen.

Es werde immer schwieriger für die junge Generaton, ein unbefristetes und sicheres Arbeitsverhältnis zu bekommen, betonte die IG Metall, die zu dem Protest über 15.000 Teilnehmer erwartet. Die Lage vieler junger Leute sei prekär, kritisierte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel. 40 Prozent der unter 25-Jährigen müssten über Praktika, Leiharbeit oder Teilzeitjobs ins Berufsleben einsteigen. Jeder Ditte unter 35 Jahre habe noch nie eine Festbeschäftigung erlebt.

Wer über Fachkräftemangel klage, dürfe nicht zulassen, dass fast 50 Prozent der jungen Leute in prekären Arbeitsverhältnissen steckten, sagte Wetzel am Freitag in Düsseldorf. In Politik und Wirtschaft werde für die Jugend in puncto gute Bildung, qualifizierte Ausbildung, sicherer Arbeitsplatz und soziale Absicherung zu wenig getan. „Es findet in der Politik null Diskussion mit der jungen Generation und ihren Vertretern statt.” Die Zeit der Appelle sei vorbei.

Die IG Metall will eine unbefristete Übernahme für Auszubildende durchsetzten, sagte NRW-Bezirksleiter Oliver Burkhard. Das werde auch zentrales Thema bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Stahlbranche ab Mitte Oktober sein sowie bei der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie im kommenden Frühjahr. Die IG Metall sei mit über 400 000 Mitgliedern unter 35 Jahren die größte politische Jugendorganisation und lasse nicht zu, dass eine „Generation Unsicher” heranwachse.

Metallarbeitgeber-Präsident Martin Kannegiesser warf der Gewerkschaft „Verzerrungen und Halbwahrheiten” vor. Zumindest für seinen Industriezweig gelte, dass weltweit kaum eine andere Branche sich so um die Jugend und ihre berufliche Entwicklung kümmere, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger”.

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