Tausende Beschäftigte im Ausstand

Von: dpa
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Düsseldorf/Aachen. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben am Donnerstag erneut mehrere tausend Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niedergelegt. Mit Demonstrationen und Kundgebungen verliehen Angestellte von Schulen, Universitäten, Universitätskrankenhäusern, Gerichten und Staatsanwaltschaften ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Geld Nachdruck.

Vom Aachener Uniklinikum hat eine Delegation von 50 Streikenden zunächst in Aachen gestreikt und später an der Auftaktveranstaltung der sechs nordrhein-westfälischen Universitätskliniken in Düsseldorf teilgenommen.

„Nicht die örtlichen Arbeitgeber sind unsere Tarifgegner”, so der Aachener Gewerkschaftssekretär Stefan Jungheim. „Es sind die Hardliner unter den Finanzministern Möllring und Linssen, die nicht verstehen wollen, dass die eigenen Beschäftigten das beste Konjunkturprogramm sind.”

Jungheim weiter: „Dass eine Krankenschwester im Klinikum zurzeit 140 Euro weniger verdient als ihre Kollegin im städtischen Krankenhaus betrachten wir als Lohndumping, das nur zu unerwünschten Wettbewerbsvorteilen führt.”

Laut GEW beteiligten sich mehr als 2800 angestellte Lehrer an den Warnstreiks in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln und Wuppertal. Bereits in der vergangenen Woche hatten laut GEW rund 1500 Lehrer die Arbeit niedergelegt. „Wir lassen nicht locker, bis die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch gelegt haben”, sagte Andreas Meyer-Lauber, GEW- Landesvorsitzender, laut Mitteilung.

In Köln nahmen mehrere hundert Lehrer und Schüler an einer „öffentlichen Unterrichtsstunde” zum Thema Streik teil. Auch viele verbeamtete Lehrer kamen mit ihren Schulklassen. „Einerseits ist das für meine Schüler eine gute Chance zu sehen, wie ein Streik wirklich abläuft. Andererseits kann ich persönlich die Forderungen der angestellten Kollegen gut nachvollziehen”, sagte eine Politiklehrerin, die anonym bleiben wollte. Der Gymnasiast Lukas Lohberg kam ebenfalls freiwillig zum Hans-Böckler-Platz: „Ich finde es total unfair, dass angestellte Lehrer nicht so viel verdienen wie Beamte”, sagte der 18-Jährige.

Durch die Warnstreiks kam es laut GEW zu zahlreichen Unterrichtsausfällen. Von den insgesamt 190.000 Lehrern in Nordrhein- Westfalen sind nach Angaben des Schulministeriums 30.000 Angestellte. Davon sind etwa 6000 Mitglieder in der GEW. Das Ministerium hatte die Schulen aufgefordert, Unterrichtsausfall zu verhindern, etwa durch Vertretungsunterricht oder die Aufteilung der betroffenen Klassen auf andere Kurse.

Auch die Gewerkschaft ver.di hatte Angestellte und Beamte zu Warnstreiks und Aktionen aufgerufen. Insgesamt 1200 Teilnehmer beteiligten sich laut ver.di an den Aktionen in Düsseldorf, Bonn, Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Wuppertal. Auch Beamte hätten sich während der Mittagspause über den Stand der Tarifverhandlungen informiert.

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder war in der vergangenen Woche ergebnislos zu Ende gegangen. Die dritte Tarifrunde ist für den 14. und 15. Februar angesetzt.

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