Tausende Aachener begrüßen den „e.GO Life“

Von: Rolf Hohl
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Großes Interesse am kleinen Elektroauto: Die Präsentation des „e.GO Life“ zog viele Menschen auf den Aachener Campus Melaten. Foto: Andreas Steindl
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Neugierig: Manche Besucher scheuten auch vor körperlichen Verrenkungen nicht zurück, um den „e.GO Life“ genauestens in Augenschein zu nehmen. Foto: Andreas Steindl
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Interessiert: Der Chefredakteur unserer Zeitung, Bernd Mathieu, riskiert mit dem e.Go-Vorstandsvorsitzenden Günther Schuh (im Auto) einen Blick ins Innere. Foto: Andreas Steindl
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Blick durch das Objektiv: Viele Besucher auf dem Campus Melaten halten ihre Eindrücke vom neuen Elektrofahrzeug aus Aachen im Bild fest. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Stadt Aachen als wichtiger Automobilstandort? Vor einigen Jahren hätte man noch darüber gelacht – heute ist es Gewissheit. Am Samstag wurde das in Aachen entwickelte und produzierte Elektroauto „e.GO Life“ erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Auch wenn das Fahrzeug noch immer nicht vollständig ausgereift ist, war der Besucherandrang am neuen Standort der e.GO Mobile AG auf dem Campus Melaten groß.

Nicht wenige entschieden sich sogar direkt vor Ort für eine Vorbestellung des kleinen Elektroflitzers. Das eigentlich Neue am „e.GO Life“ ist dabei nicht, dass es sich um ein elektrisch betriebenes Fahrzeug handelt, sondern die Weise der Entwicklung und Planung.

Aus dem RWTH-Cluster Produktionstechnik entstanden, war es der e.GO Mobile AG möglich, innerhalb von weniger als zweieinhalb Jahren das neue Auto zu planen und herzustellen. „Wir haben hier etwas gewagt, was die konventionellen Autobauer nicht riskieren würden“, so der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Günther Schuh. Für ihn sei das „e.GO Life“ damit auch ein Impuls an die großen Hersteller, der zeige, dass es durchaus eine bemerkenswerte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gebe.

„Luft nach oben“

Erfreut zeigte sich auch Oberbürgermeister Marcel Philipp, der bei der Präsentation zum ersten Mal in dem Auto Platz nahm. „Da ist Luft nach oben, im positiven Sinn“, bemerkte er angesichts der Tatsache, dass selbst er – trotz stattlicher Körpergröße – aufrecht darin sitzen konnte. Bereits der Deal von Streetscooter mit der Deutschen Post DHL habe der Elektromobilität in Aachen einen starken Schub gegeben, so Philipp. „Weil ich am Morgen aber Kinder und keine Pakete zur Schule bringe, bin ich ganz froh, dass es dieses Auto jetzt gibt.“

Bisher werden die Prototypen des „e.GO Life“ noch auf dem Campus Melaten in Kleinserie produziert, was sich aber bald ändern soll. Auf dem Gelände des ehemaligen Philips-Werks in Rothe Erde entsteht derzeit eine 16.000 Quadratmeter große Montagehalle, in der in einem Jahr schon die Produktion beginnen soll. Angefangen mit jährlich 1000 Stück, ist ab 2019 die Fertigstellung von 10.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant – und damit auch rund 270 neue Arbeitsplätze.

Um den relativ niedrigen Stückpreis von 15.900 Euro einhalten zu können, wird im neuen Werk alles eingebaut, was die vernetzte Industrie 4.0 derzeit zu bieten hat. Ein Waagensystem erfasst die Stückzahl von Schrauben im Lager und hochpräzise Messarme unterstützen die Schweißer bei der Herstellung des Chassis. Dazu kommen Echtzeit-Lokalisierungssysteme, die die Arbeitsschritte automatisch aktualisieren und dreidimensionale Montageanleitungen über Monitore. Und Roboter? „Deren Einsatz ist bis jetzt nur beschränkt geplant. Die menschliche Hand ist da eben noch um einiges vielseitiger“, betonte Bastian Lüdtke, leitender Industrieingenieur bei e.GO Mobile AG.

Noch nicht ganz serienreif

Mehrere tausend Besucher ließen sich am Samstag durch die Demonstrationshallen auf dem Campus führen, und sich die Zukunft der neuen Autofertigung erklären. Wer ein wenig Geduld mitbrachte, konnte auch eine Probefahrt mit dem „e.GO Life“ machen. Bis zur Serienreife, so Günther Schuh, dauere es jedoch noch ein wenig. Derzeit sei etwa die Sitzhöhe noch nicht optimal regelbar und Probleme mit den Fahrzeugtüren müssten noch ausgeräumt werden. Zu den bereits über 300 Vorbestellungen kamen allein an diesem Tag noch mehr als 50 weitere dazu.

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