Tatort Waschstraße: Schwurgericht kommt zum Ortstermin

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Tatort „Waschparadies” in Übach-Palenberg: Nach langen Monaten der Stille belebte sich am Dienstagnachmittag die Autowaschanlage plötzlich. Wieder fuhr Polizei vor, Neugierige drückten ihre Gesichter an den Zaun.

Seit dem 4. April, einer Samstagnacht, ist die Anlage samt verbundenem Bistro „Casablanca” zu einem Ort des Grauens geworden. Im Vorraum eines Schlafraumes im Inneren des Gewerbebaus spielte sich das Mordgeschehen ab, noch sind die Schlieren des Blutes überdeutlich am Boden zu sehen.

Auf den 62-jährigen Besitzer war auf grausame Weise mit einem Brecheisen eingeschlagen worden, mehrfach und brutal, bis er röchelnd starb. Erst Tage später wurden der Bistrobetreiber (58) und ein Lkw-Fahrer (33) unter Mordverdacht verhaftet. Sie sollen gemeinschaftlich und heimtückisch den Besitzer getötet haben - ein Auftragsmord der noch immer untergetauchten Ehefrau, wie der geständige 33-Jährige dem Gericht berichtet hatte.

Jenes Schwurgericht (Vorsitz Richter Dr. Gerd Nohl) war nun zum Ortstermin angereist. Der Tatort sollte persönlich in Augenschein genommen werden, weil man ein authentisches Bild von der verwinkelten Örtlichkeit haben wollte, bevor die Waschstraße wegen ihres Verkaufs endgültig umgebaut und dann „spurlos” wird.

Etwa ein Dutzend Wachbeamte hatten die Angeklagten ausgeführt, jeder kam einzeln in einem vergitterten Gefangenentransport. Die Augen des jüngeren Täters füllten sich abrupt mit Tränen, als er den Ort seines Verbrechens betrat. Der Ältere dagegen verharrte unbeteiligt, sah sich unbewegt sein Bistro an - bislang leugnet er jede Beteiligung an dem Mord.

Erstaunlich die Coolness der Tochter des Getöteten. Das schätzungsweise zwölf bis 14 Jahre alte Mädchen stand nur zwei Meter neben dem mutmaßlichen Täter - und verzog keine Miene. Der Prozess geht Freitag weiter.
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