Aachen - Tagebau-Grundwasser: Mancherorts müssten Pumpen dauerhaft laufen

Tagebau-Grundwasser: Mancherorts müssten Pumpen dauerhaft laufen

Von: Claudia Schweda
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erft bergheim fluss
Umweltschützer befürchten, dass die Erft - hier in Bergheim - durch das Zuführen des Tagebaugrundwassers häufiger über die Ufer treten könnte. Foto: Tohma/Wikimedia Commons

Aachen. Eine Studie im Auftrag der NRW-Grünen sieht entlang der Erft ein „verstärktes Potenzial für Überflutungen in niederschlagsreichen Perioden“. Der Autor, Ralf E. Krupp, äußert sogar die Befürchtung, dass das Grundwasser wegen der abgesackten Erdoberfläche über den früheren Pegel hinaus ansteigt – im Extrem sogar über das Oberflächenniveau hinaus –, und dass es Gebiete geben wird, in denen die Grundwasserpumpen nie abgeschaltet werden dürfen, um feuchte Keller zu verhindern.

Die Frage, ob ganze Gebiete nach dem Wiederanstieg des Grundwassers unter Wasser stehen werden, untersucht seit einem Jahr ein Projekt beim Landesumweltamt. Auch dieses Amt sieht die Gefahr von „Vernässungserscheinungen“ – vorrangig in der Erftaue. Das Projekt klärt nun das mögliche Ausmaß und welchen Anteil daran der Bergbau hat. In letzter Konsequenz geht es darum, ob RWE für die dauerhaft laufenden Pumpen finanzielle Vorsorge treffen muss. 2019 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Der BUND ist generell skeptisch, ob man wirklich alle Folgen des Braunkohletagebaus bereits heute abschätzen kann: „Es gibt kaum eine Region, die geologisch so genau erfasst wurde wie das Rheinische Revier“, sagt Dirk Jansen, Geschäftsleiter beim Umweltschutzverband BUND in NRW. „Das heißt aber nicht, dass man nicht vor Überraschungen gefeit ist.“

Der Erftverband ist sich sicher, dass es in unserer Region Bereiche geben wird, in denen Keller nach dem Anstieg des Grundwassers nass werden. „Aber damit stellen sich nur die ursprünglichen Verhältnisse wieder ein“, sagt Bucher. Vor den Sümpfungen habe das Grundwasser teils nur ein bis drei Meter unter der Erdoberfläche gestanden. Doch manche Hausbesitzer und Architekten, die während der Sümpfung gebaut haben, hätten sich nicht kundig gemacht, wie hoch das Grundwasser ursprünglich einmal stand.

„Das ist deren Fehler. Ein nasser Keller ist dann keine Folge, die der Bergbau zu schultern hat“, sagt Bucher. Er rät allen Architekten und Hausbesitzern, sich rechtzeitig an den Wasserverband zu wenden. Sie würden gern beraten, wie hoch das Grundwasser steigen kann.

Für unwahrscheinlich hält der Erftverband dagegen, dass das Grundwasser über den früheren Pegel hinaus ansteigt. Es stehe in Interaktion mit Gewässern. Bucher: „Setzt sich der Boden, in dem das Gewässer fließt, zieht es damit das Grundwasser auf ein entsprechend niedrigeres Niveau“, sagt Bucher.

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