Inden - Tagebau: Besetzung eines Schaufelbaggers ist vorbei

Tagebau: Besetzung eines Schaufelbaggers ist vorbei

Von: sj/dpa
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tagebau inden braunkohle bagger Foto: Oliver Berg/dpa
Wieder in Betrieb: Ein von Aktivisten besetzter Schaufelbagger ist seit Montagmorgen wieder im Betrieb. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Inden. Der in der Nacht zu Samstag von vier Aktivisten besetzte Schaufelradbagger im Tagebau Hambach ist wieder in Betrieb. Am Montagmorgen um 8.53 Uhr hatten die letzten zwei Braunkohle-Gegner nach mehr als 48 Stunden das Großgerät freiwillig verlassen, teilte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Sie waren am Samstag gegen 1 Uhr morgens bis zur Spitze des Baggers in etwa 70 Metern Höhe geklettert und hatten den Bagger blockiert. Die Demonstranten hatten den hohen CO2-Ausstoß bei der Braunkohleverbrennung und die Landschaftszerstörung beim Abbau kritisiert. Die Aktivisten verstanden die Aktion auch als solidarischen Protest gegen das G7-Treffen auf Schloss Elmau.

RWE hatte nach eigenen Angaben in Absprache mit der Polizei die Besetzung zunächst geduldet. Diese Strategie der „Deeskalation” sei aufgegangen, sagte ein RWE-Sprecher am Montag. Bereits um 5.38 Uhr seien zwei Aktivisten heruntergeklettert.

Die Polizei griff nicht ein. Mit der Besetzung des Baggers sollte der Tagebau einige Stunden zum Stillstand gebracht werden. Die Besetzer erklärten sich zudem solidarisch mit den Protesten gegen das G7-Treffen in Elmau.

Während sowohl die Polizei als auch RWE Power bestätigten, dass die Besetzung aufgegeben wurde und der Tagebaubetrieb fortgeführt wird, schrieben die Braunkohle-Gegner noch Montagmittag in ihrem Blog „Hambacher Forst“, dass die Lage vor Ort unklar sei.

Der Tagebau-Werksschutz habe die Klimaaktivisten im Protestcamp darüber informiert, dass alle Bagger-Besetzer einen „Deal“ akzeptiert hätten, heißt es im Blog. Der Werkschutz habe mitgeteilt, dass die Besetzer heruntergeklettert seien, nachdem ihnen Straffreiheit angeboten wurde.

Das „vermeintliche Ende der Aktion“ sei aber nicht von den Bagger-Besetzern oder Beobachtern vor Ort, sondern nur von RWE gemeldet worden. „Es gab keinen Anruf des Werkschutzes und keinen Deal“, widerspricht RWE-Sprecher Jan Peter Cirkel den Mitteilungen der Aktivisten.

Der Tagebaubetreiber werde wie in der Vergangenheit auch juristische Schritte gegen die Besetzer erwägen. Cirkel: „Wir bleiben bei unserer Linie. Die Besetzung eines Baggers ist eine kriminelle Handlung.“

Im Rheinischen Braunkohletagebau gibt es immer wieder Protest-Aktionen. Zuletzt hatten sich Demonstranten im April ans Gleis einer Transportbahn im Tagebau Hambach gekettet.

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