Symposium gegen Motorradlärm: Nach zwei Jahren kaum Veränderungen

Von: Laura Laermann
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Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns
Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns hatte das Treffen mit Vertretern aus rund 20 Kommunen initiiert. Foto: Peter Stollenwerk

Aachen. Viel ist bislang nicht passiert im Kampf gegen den Motorradlärm. Ein Thema, das mit Emotionen aufgeladen ist und immer wieder zu Streit führt. Ein Thema, das alle Beteiligten – Stadt, Anwohner und Motorradfahrer - seit Jahren quält und für das es offenbar keine Lösung gibt. Dabei schien es im März 2015 endlich konkret zu werden: In einem Symposium „Gemeinsam gegen Motorradlärm“ wurden mehrere Lösungsansätze in einem Forderungskatalog festgehalten. Bisher wurde allerdings nur wenig davon umgesetzt und das hat Gründe.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns hatte das Treffen mit Vertretern aus rund 20 Kommunen initiiert. Darunter Heimbach und Hürtgenwald, aber auch Kommunen aus anderen Regionen in Deutschland, die mit Motorradlärm zu kämpfen haben. Doch was ist daraus geworden?

In Simmerath ist bislang wenig geschehen: Rüttelstreifen, die rasende Biker zum Abbremsen zwingen sollen, „funktionieren nur bedingt“, sagt Bürgermeister Hermanns. Es habe sich zwar nicht bestätigt, dass die Streifen zusätzlichen Lärm verursachen, aber langsamer fahren die Motorradfahrer auch nicht. Denn die Streifen lassen sich leicht umfahren, behindern am Ende nur die Autofahrer.

Immerhin kann Hermanns von verstärkten Polizeikontrollen an Wochenenden berichten. Momentan steckt der Bürgermeister noch in Gesprächen mit anderen Kommunen. Im Herbst will er dann ein neues Zwischenergebnis präsentieren. „Es bleibt ein heißes Thema“, sagt er.

Nicht ganz so heiß ist das Thema in Heimbach. Dort verlaufen die Strecken der Motorradfahrer durch weniger bewohnte Gebiete als in Simmerath. In Heimbach seien daher keine konkreten Maßnahmen gegen den Motorradlärm geplant, sagt Bürgermeister Peter Cremer. „Die Proteste halten sich in Grenzen und gehen nur von wenigen Menschen aus“, so die Begründung. Cremer sieht das Thema zweischneidig, denn auf der anderen Seite haben die Motorradfahrer wirtschaftlich einen positiven Effekt auf die Region. In Hürtgenwald verstärkte die Polizei in den vergangenen zwei Jahren die Kontrollen – noch mehr gibt das Personal laut Polizei nicht her, sagt Stefan Grießhammer, Vertreter des Bürgermeisters Axel Buch. Eine andere Idee ist es, im nächsten Jahr bei Bikern beliebte Parkplätze zu sperren.

Gesetzgeber ist gefordert

Ob das die laustarken Biker aufhalten wird? Viele Bürger zweifeln daran, sehen in den vergangenen Jahren eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung der Lärmsituation. Auch Gerhard Decker vom Landesbetrieb Straßenbau NRW sieht Ansätze wie diese problematisch: „Wir können mit baulichen Maßnahmen fast gar nichts machen, um den Lärm effizient zu reduzieren“. Das Hauptproblem liege bei den Motorrädern selbst und daran, wie die Fahrer ihre Maschinen verändern, sagt Decker.

Gesetzliche Hürden sind ein weiteres Problem. Beispielsweise wird bei der Ermittlung des Lärmpegels ein Jahresmittelwert errechnet. Betrachtet man das gesamte Jahr, macht Motorradlärm aber nur einen geringen Anteil aus, weil er ein saisonales Problem ist. „Hier ist der Gesetzgeber gefordert“, sagt Alfred Sebastian vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. Bürgermeister Hermanns hat seinen Versuch 2015 gestartet. Bislang wirkt sein Forderungskatalog jedoch wie eine lange Wunschliste: absolute Schallobergrenze, Einführung von Frontkennzeichen, Hafthalterung, jährliche Pflicht zur Überprüfung der Geräuschemissionen ...

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