Supercoup: Bäckereiriese Kamps zieht nach Erkelenz

Von: hewi
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Kamps
Die Kamps GmbH wird ihren Hauptsitz und die zentrale Produktion vom bisherigen Standort Schwalmtal nach Erkelenz verlegen. Foto: dpa

Erkelenz. Mit einer guten Meldung für den Wirtschaftsstandort Erkelenz wartete Bürgermeister Peter Jansen am Mittwoch im Rathaus auf. Die Großbäckerei Kamps wird ihren Hauptsitz und die zentrale Produktion von Waldniel nach Erkelenz verlegen.

Das Unternehmen ist der größte handwerkliche Bäcker Deutschlands mit internationaler Ausrichtung und rund 400 Filialen in Deutschland. Jansen sprach vom „größten Ansiedlungserfolg der letzten Jahre“, der dank tatkräftiger Mithilfe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und RWE Power als Grundstückseigentümer zustande gekommen war.

Rund fünf Hektar groß ist das Grundstück, auf dem das Unternehmen zum Jahresende mit dem Bau beginnen will, erläuterte Thomas Prangemeier. Der Geschäftsführer der Kamps GmbH war ebenso wie Erik Schöddert von RWE nach Erkelenz gekommen, um die Nachricht zu verkünden. Bis Mittwoch galt strenge Geheimhaltung. Nicht einmal den Namen des potenziellen Investors durfte WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski nennen, als er sich mit der ersten Anfrage an die Stadt wendete.

Fünf Standorte standen im Nordkreis zur Auswahl, berichtete der WFG-Geschäftsführer. „In Erkelenz stimmte alles, bis auf den Zeitrahmen, wann das Areal zur Verfügung stehen würde“, ergänzte Prangemeier. „Aber in der Region kann man schnell agieren, wenn es nötig ist.“ Denn es folgte eine umfassende planungs- und genehmigungsrechtliche Detailarbeit, die in nur zehn Monaten nach der ersten Anfrage zur Entscheidungsreife des Projektes geführt hatte. Und so konnte Jansen schon am 23. Dezember mit einer noch recht vagen Erfolgsankündigung ins Schöffenessen gehen.

Ende 2017 geht‘s los

Schon Ende 2017 soll mit dem Bau der Produktions- und Verwaltungsstätte begonnen werden. Bei einer geplanten Bauzeit von einem Jahr sollen schon ab 2019 die Brötchen in Erkelenz gebacken werden.

Als Grund für den Standortwechsel gab Prangemeier das Entwicklungspotenzial in Erkelenz an. Denn zusätzlich zu den rund fünf Hektar für Kamps bestehen noch Optionen für mögliche Erweiterungen. Dies ist in Waldniel nicht mehr gegeben. Über die mögliche Ansiedlung eines anderen Unternehmens aus der französischen Unternehmensgruppe Le Duff im Gipco IV wollte er im Rathaus noch nicht spekulieren. Kamps gehört seit 2015 zu Le Duff und befindet sich auch international auf Expansionskurs. Anfang 2016 wurden Niederlassungen im Mittleren Osten eröffnet, Anfang dieses Jahres in den Niederlanden. Insgesamt wird das Unternehmen mit 420 Mitarbeitern aus Produktion, Verwaltung und Service nach Erkelenz umsiedeln. Kamps werde einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ in den Unternehmensstandort Erkelenz investieren.

Prangemeier betonte, dass Heimatverbundenheit bei einem „kleinen niederrheinischen Bäcker“ zur Firmenphilosophie gehöre. Ein weiteres Argument für Erkelenz sei die gute Verkehrsanbindung der Fläche gewesen, ergänzte Schirowski. Bürgermeister Jansen betonte, dass die Stadt Wert auf die Schaffung von Arbeitsplätzen lege, die „zur Bevölkerung passen“. Er sah in der Ansiedlung auch eine Bestätigung für die Wirtschaftspolitik in Erkelenz und die Zusammenarbeit mit RWE, die zahlreiche Flächen im Rheinischen Revier besitzen. „Wir nehmen unsere Verantwortung wahr, die wir über die Umsiedlung hinaus für die vom Bergbau betroffenen Städte und Gemeinden haben“, erklärte Schöddert.

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