Studio geschlossen: Ungewisse Zukunft für Center-TV in Aachen

Von: Christoph Velten
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Center-TV produziert derzeit nicht mehr in Aachen: Große Live-Aufzeichnungen wie hier bei der Prinzenproklamation im Eurogress wird es zunächst nicht mehr geben. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es war ein mutiges Projekt. Doch es hat sich nicht gerechnet. Die Zukunft von Center-TV Aachen ist ungewiss. Der Sendebetrieb aus dem Studio in Aachen ist eingestellt. Eine eigene Redaktion gibt es nicht mehr. Die Berichterstattung über die Region wird zwar derzeit noch mit vorproduzierten Aufzeichnungen und Wiederholungen aufrechterhalten, doch ob es auch im kommenden Jahr einen eigenen lokalen Fernsehkanal für die Region geben wird, ist fraglich.

Derzeit laufen Verhandlungen mit der Landesmedienanstalt. Man sei in konstruktiven Gesprächen, sagt Geschäftsführer Christian Kirschner. „Center-TV will auch in Zukunft Aachen mit spezifischen redaktionellen Formaten versorgen.“ Diese Inhalte sind Voraussetzung dafür, dass die Aufsichtsbehörde dem Unternehmen aus Köln die Sendefrequenz für Aachen zuteilt. Nur: Wie und wo die Inhalte produziert werden, ist derzeit offen. Laut Kirschner gibt es aber schon „konkrete Planungen, wie das neue redaktionelle Konzept umzusetzen ist“.

2009 war man von Köln aus mit dem Konzept gestartet, auch den Menschen in der Aachener Region eine Plattform im Fernsehen zu bieten. Vor allem positive Nachrichten und Geschichten aus Aachen, der Städteregion und Düren sollten im Vordergrund stehen. „Wir wollen Mut und Zuversicht für die Zukunft schaffen”, erläuterte der damalige Geschäftsführer Jens Kemper das Konzept „Total Lokal“ zum Auftakt. Damit ist man gescheitert.

Zu wenig Werbeeinnahmen

Was in Münster, in Köln, Düsseldorf und Bremen funktioniert, ist in Aachen offenbar nicht finanzierbar. Erlöse wurden ausschließlich aus Eigenmitteln und Werbeeinnahmen generiert. „Wir hatten schlicht zu wenig Werbeeinnahmen, um die Strukturkosten eines eigenen Standorts in Aachen zu tragen“, sagt Kirschner, der die Geschäfte im November dieses Jahres übernommen hat.

Center-TV Aachen ist seit Mai 2009 in etwa 220 000 Haushalten über die analogen und digitalen Kabelnetzen von Unitymedia und NetAachen in der Region zu empfangen. Außerdem strahlt Center-TV Aachen sein Programm via Live-Stream auf www.center.tv/aachen aus. Etwa 20 Mitarbeiter produzierten die Formate „Regiosport“, „Regiozeit“, „Heimat kompakt“ und „Stadtgespräch“ für die Region Aachen. „Mit den Mitarbeitern haben wir uns ordentlich geeinigt“, sagte Kirschner gestern.

Vor allem die Vereine in der Region werden Center-TV vermissen. Wim Lürken, Vorsitzender des Festausschusses Aachener Karneval, spricht von einem „riesigen Faktor“, der jetzt wegfalle. „Center-TV war für uns ein wichtiges Portal, in dem wir uns vorstellen konnten, in dem wir Aufmerksamkeit bekommen haben.“ Der Sender sei immer ein Thema gewesen zwischen den Vereinen, sagt Lürken. „Und dass der Rosenmontagszug jetzt nicht mehr live übertragen wird, das ist ein riesiger Verlust“.

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