Studiengebühren an Aachens FH zu hoch?

Von: Axel Borrenkott
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Aachen/Düsseldorf. Die Fachhochschulen (FH) in NRW geraten unter Begründungsdruck, ob ihre Studiengebühren nicht zu hoch sind. Auch die FH Aachen gehört zu den neun von elf Fachhochschulen, die vom Wissenschaftsministerium schriftlich angehalten wurden, die eingenommenen Beiträge auch „zeitnah zu verwenden”.

Drei FH haben ihre Gebühren inzwischen gesenkt. Das Studentenparlament der FH Aachen forderte am Mittwoch, die Gebühren für das nächste Semester auszusetzen und danach „an den tatsächlichen Bedarf anzupassen”.

Maximal 500 Euro dürfen die NRW-Hochschulen pro Semester kassieren. Acht der insgesamt zwölf FH nehmen den Höchstbetrag. Die Düsseldorfer FH verlangt gar keine Gebühren, während die Bochumer ab Wintersemester 400, die Bielefelder 350 Euro fordern und Gelsenkirchen seit dem laufenden Semester mit 330 Euro auskommt. Nur Bonn und Münster geben aus, was sie einnehmen.

„Wir wollen den Beitrag zurzeit nicht senken, wir meinen das Geld zu brauchen”, sagt der Kanzler der FH Aachen, Reiner Smeetz, auf Anfrage. Auch der FH Aachen hatte das Ministerium bescheinigt, dass sie zum 31. Dezember 2008 „weniger als zwei Drittel der ihnen zur Verfügung stehenden Gelder ausgegeben oder fest verplant” hatte.

„Wir hatten Reste”, räumt Smeetz ein, es habe nach Einführung der Gebühren 2007 eine „Bugwelle” gegeben, weil man „nicht das richtige Instrumentarium für die Verwendung” hatte.

Inzwischen ist aber Transparenz hergestellt. Zum 6. Mai - an dem Tag wurde auch der Ministerbrief bekannt - stellte das Rektorat den detaillierten „Jahresbericht 2008 über die Verwendung der Studienbeiträge” ins Netz. Danach sind von knapp elf Millionen Euro Einnahmen 9,7 Millionen ausgegeben oder verplant.

Ministeriumssprecher André Zimmermann: „Offensichtlich ist es für die Fachhochschulen etwas schwerer, zu einer schnellen Verwendung der Beiträge zu kommen. Es geht nicht darum, dass das Konto jederzeit auf null ist. Aber es darf nicht sein, dass Guthaben angehäuft werden.”

Am Abend stellte das Studentenparlament der FH Aachen fest: Es sei nicht tragbar, dass die FH Zinsen mit den nicht verausgabten Gebühren verdiene. Und ein nicht ausgegebener Betrag von 3,23 Millionen Euro „muss verausgabt oder rückerstattet werden”.
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