Studie untersucht Spätschäden von Conterganopfern

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Aachen. Eine Studie unter Conterganopfern in Nordrhein-Westfalen soll Spätschäden und Langzeitauswirkungen ihrer Behinderung aufdecken.

Dafür wollen die Fachleute 200 der 800 in NRW lebenden Opfer für die Mitwirkung gewinnen, teilte das Düsseldorfer Gesundheitsministerium am Montag mit. „Wir wollen die Lebenssituation der Contergangeschädigten verbessern”, sagte Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) laut einer Mitteilung.

Contergan löste in den 60er Jahren einen der größten Arzneimittelskandale aus. Weltweit kamen 10.000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, 5000 von ihnen in Deutschland. Die Betroffenen sind heute um die 50 Jahre alt und klagen über zunehmende Beschwerden.

Untersucht würden in dem Zusammenhang psychosomatische Beschwerden - also seelische Probleme, die sich durch körperliche Krankheiten äußern - und körperliche Gesundheitsprobleme, teilten die Projektpartner mit. Viele Betroffene ohne Arme hätten beispielsweise immense Zahnschädigungen, da sie ersatzweise viel mit den Zähnen machten.

Viele klagen über einen massiven Verschleiß von Gelenken durch dauerhafte Fehlhaltung. Eine Jury, in der auch Betroffene vertreten sind, hatte die Studie an die Rhein-Sieg-Klinik und die Universität Köln vergeben. Ergebnisse sollen in zwei Jahren vorliegen.

Daneben untersucht eine bundesweite Studie die Lebenssituation von Conterganopfern und mögliche Defizite in der Versorgung. Daran sind 800 von bundesweit 2400 Opfern beteiligt. Sie war von der Conterganstiftung in Auftrag gegeben worden und basiert vor allem auf Fragebögen und Interviews.
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