Nordeifel - Studie: Die Besucher schätzen den Nationalpark

Studie: Die Besucher schätzen den Nationalpark

Von: ag
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Die Besucher des Nationalparks Eifel sind überwiegend 46 Jahre und älter. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel. Der typische Nationalparkbesucher ist älter als 50 Jahre, gut ausgebildet und meist mit einer weiteren Person zu Fuß im Nationalpark unterwegs. Er reist mit dem Auto an und kommt wegen des Landschafts- und Naturerlebnisses und um Kraft zu tanken beziehungsweise um sich zu erholen. Bei seiner Entscheidung, die Region zu besuchen, spielt der Nationalpark in den meisten Fällen eine große Rolle.

In der Regel ist der Besucher meist zum wiederholten Mal Gast im Nationalpark und falls er hier übernachtet, bleibt er auch mehrere Tage. Das geht aus dem Abschlussbericht eines sozioökonomischen Monitoring in den Jahren 2014 bis 2015 hervor, das jetzt von Michael Lammertz vom Nationalpark Forstamt im Struktur- und Hochbauausschuss vorgestellt wurde.

Es handelt sich um eine Wiederholung der Studien der Universität Würzburg (2007) und der RWTH Aachen (2005 und 2007). Untersucht wurden Besucherstrukturen und Zielgruppen, die Akzeptanz des Nationalparks, die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft, den Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit und die Qualität von Naturerlebnis- und Umweltbildungsangeboten sowie Informationseinrichtungen. Projektpartner waren die Deutsche Sporthochschule Köln und die Universität für Bodenkultur Wien.

Neben einer permanenten Besucherzählung an 19 Standorten wurden an 13 ausgewählten Tagen die Besuche an sämtlichen Eingängen erhoben. So wurde eine Zahl von rund 870.000 Besuchern pro Jahr errechnet. Im Jahr 2007 waren es noch 450.000 Besucher.

Damit einher gehen regionalwirtschaftliche Effekte. So stieg der durch den Nationalpark erzielte Bruttoumsatz in der Region von 8,7 Millionen Euro (Jahr 2007) auf über 30 Millionen Euro an. Umgerechnet in Arbeitsplätze entspricht das 674 Vollzeitarbeitsplätzen (265 im Jahr 2007). Der Anstieg erkläre sich zum einen durch die gestiegenen Besucherzahlen. Zum anderen seien auch die Tagesausgaben pro Kopf stark gestiegen, sagte Lammertz.

Dabei wird nach Nationalparktouristen im engeren Sinne, die extra wegen des Nationalparks in die Region kommen, und Nationalparktouristen im weiteren Sinne unterschieden. Die Tagesbesucher im engeren Sinne geben wesentlich mehr Geld aus (25,49 Euro) im Vergleich zu anderen Tagesbesuchern (16,77 Euro).

Werden die Gäste hinsichtlich ihres Ausgabe- und Aktivitätsverhaltens verglichen, zeigen sich zum Beispiel bei den Wanderern deutliche Unterschiede zwischen Tages- und Übernachtungsgästen. Während Wanderer als Übernachtungsgäste mit 78,25 Euro pro Tag deutlich höhere Ausgaben tätigen als Radfahrer (47,90 Euro), geben die Wanderer unter den Tagestouristen mit 18,25 Euro weniger aus als die Radfahrer (24,08 Euro) unter den Tagestouristen.

Die Mehrheit der Befragten (50,1 Prozent) war zu zweit unterwegs, 13,3 Prozent unternahmen den Ausflug alleine. Der Rest verteilte sich auf Dreier- und Vierergruppen (17 Prozent), Gruppen zwischen fünf und zehn Personen (13,5) und mehr als zehn Personen (6,1 Prozent).

Die Besucher sind überwiegend 46 Jahre und älter. 47,8 Prozent der Befragten haben einen Hochschulabschluss.

40,8 Prozent der Besucher sind Tagestouristen, 34,9 Prozent bleiben über Nacht und 24,3 Prozent der Besucher sind Einheimische. Insgesamt kamen 89 Prozent der Touristen aus Deutschland, 8,5 Prozent aus den Niederlanden und 2,5 Prozent aus Belgien.

Die Tagestouristen stammten vorwiegend aus NRW, zum Teil aber auch aus Rheinland-Pfalz und Hessen. 6 Prozent der Tagestouristen kamen aus dem Ausland. Die Übernachtungstouristen stammten ebenfalls vorwiegend aus NRW, 22,6 Prozent der Übernachtungstouristen stammten aus dem Ausland (hauptsächlich aus Belgien und den Niederlanden).

55 Prozent der knapp 650.000 Touristen (Besucher ohne Einheimische) sind Tagesgäste und circa 45 Prozent Übernachtungsgäste. Im Vergleich zum Jahr 2007 hat sich der Anteil der Übernachtungsgäste damit fast verdoppelt (24 Prozent Übernachtungstouristen im Jahr 2007). Die Übernachtungsgäste bleiben mittlerweile durchschnittlich 4,6 Nächte in der Region und damit länger als noch vor wenigen Jahren (3,93 Nächte im Jahr 2007).

Die Routenanalyse zeige, dass die Strategie des Nationalparks, nämlich einzelne, attraktive Orte und Angebote zu bewerben, erfolgreich sei, erklärte Lammertz. Selbst am Wochenende oder an Feiertagen, wenn die meisten Besucher in den Nationalpark strömen, seien weite Flächen „keinem intensiven Erholungsdruck“ ausgesetzt.

Zwei Drittel der Besucher wurden an nur zehn der über 90 Eingänge in den Nationalpark gezählt. Aber auch in den intensiver besuchten Regionen konzentriere sich das Geschehen oft auf die zuführenden Hauptwege, bereits ein wenig abseits davon sei „stille Erholung“ möglich, sagte Lammertz.

Besucher mit Kindern suchten sich vorwiegend Rundwege aus, die im südlichen Bereich des Nationalparks in Wahlerscheid, Hirschrott und Höfen starten. Rund um Heimbach wurde eine Vielzahl von Wegen genutzt, wobei „Der wilde Weg“ und der Aussichtspunkt Hirschley sowie der Weg vom Staudamm am Paulushof in Rurberg bis zur Urftstaumauer am stärksten frequentiert worden sind.

Mit fast 100.000 Besuchern im Jahr 2015 erweist sich das Nationalparktor in Rurberg als der beliebteste Einstiegspunkt in den Nationalpark. Auch hier ist ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen festzustellen. Im Jahr 2007 waren es noch rund 67.000 Besucher.

Der Nationalpark ist bei den Besuchern sehr beliebt. Fast alle Besucher (93,8 Prozent) waren mit dem Nationalpark als Erholungsgebiet zufrieden. Zwei Drittel der Touristen gaben an, dass die Wahrscheinlichkeit bei 100 Prozent liegt, dass sie in den nächsten fünf Jahren den Nationalpark wieder besuchen werden. 77,5 Prozent der Einheimischen gaben an, dass ihnen die Existenz des Nationalparks wichtig oder sehr wichtig ist.

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