Aachen - Studentenbündis kritisiert Vorstoß des TH-Rektors

Studentenbündis kritisiert Vorstoß des TH-Rektors

Von: abt
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Kein Titel-Protest: Den Studenten ging es nicht um den Erhalt des Diploms, sondern um bessere Bedingungen im Bachelor-/Masterstudium. Foto: imago

Aachen. Der Rektor der RWTH Aachen und TU9-Präsident Ernst Schmachtenberg ist hörbar zufrieden mit dem Echo, das er mit seinem Markenstreit um den Dipl.-Ing. ausgelöst hat. Es hagelt Beifall aus der Zunft und selbst von Nicht-Ingenieuren.

Fraglich ist allerdings, ob sein Vorstoß auch im Sinne der Studierenden ist, die mit so beachtlichem Erfolg eine Revision des Bologna-Prozesses erstritten haben.

Sie wollten und wollen bessere Studienbedingungen. Vom Dipl.-Ing., den man wiederhaben wollte, war da nichts zu hören. So übt etwa das „Bildungsstreikbündnis Aachen” deutliche Kritik: „Herr Schmachtenberg ignoriert einmal mehr, dass es am Bachelor-Master-System weit wichtigere Dinge zu kritisieren gibt als den bloßen Namen. Nebenbei gesagt, begeht er erneut seinen Lieblingsfehler, sich ausschließlich auf die Ingenieurwissenschaften zu fokussieren. Wir sind gegen Etikettenschwindel und Scheinreformen.”

Wer immer hinter dieser Stellungnahme steht (http://www.bildungsstreik-aachen.de), zu ignorieren ist sie sicher nicht Der Einsatz für die Rückholung des Dipl.-Ing. als akademischer Grad, den die TU9 seit ihrer Gründung 2005 betreibt, findet keineswegs ungeteilten Beifall. Nicht einmal bei allen Repräsentanten der führenden technischen Unis. So legte sich der Ordinarius der TU Darmstadt für Fahrzeugtechnik, Hermann Winner, schon 2007 fest: „Die Reputation hängt nicht am Diplom, sondern an der Qualität der Schule, an der sein Student seinen Abschluss erwirbt.”

Und die politischen Aussichten für den Dipl.-Ing. hat der NRW-Wissenschaftsminister, zunächst einmal, elegant durchkreuzt: „Die RWTH wird künftig die besten Master-Ingenieure der Welt ausbilden.”
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