Aachen - Streit über die letzte Runde: Wirt schoss Gast in die Brust

Streit über die letzte Runde: Wirt schoss Gast in die Brust

Von: hau
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Aachen. Es war eine der Situationen, die öfter mal in Aachens Kneipen auftreten und in denen Alkohol in meist größeren Mengen eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt.

Der Zapfenstreich naht, die letzten Runde wird gegeben, dann die allerletzte und die allerallerallerletzte. Nicht selten entsteht so ein solider Streit zwischen Wirt und Gästen. In der Alexanderstraße war allerdings in der Nacht zum Sonntag der Unterschied, das der Gastronom eine Schusswaffe zog, abfeuerte und damit am Ende Polizei und Staatsanwaltschaft auf den Plan rief.

Allerdings mit Verzögerung. Denn zunächst leistete die Gruppe von fünf durstigen Männern der eindeutigen Aufforderung, die Gaststätte in der Nähe des Kaiserplatzes unwiderruflich zu verlassen, durchaus Folge.

Erst draußen stellte die Trinkgemeinschaft fest, dass ein 41-Jähriger durch den Schuss aus der Pistole in der Brust getroffen worden war. Er wurde ins Uniklinikum gebracht, wo er operiert wurde. Von dort aus verständigten die Ärzte die Polizei. Nach Angaben der Mediziner bestand zu keiner Zeit Lebensgefahr. Noch in der Nacht sicherte die Kriminalpolizei Spuren am Tatort. Da der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes bestand, übernahm die Staatsanwaltschaft die Federführung.

Nach den ersten Vernehmungen und Erkenntnissen kamen die Fahnder aber zu dem Schluss, dass eine Tötungsabsicht bei der Abgabe des Schusses nicht vorgelegen und es sich wohl eher um ein Versehen gehandelt hat. Der 35-jährige Gaststättenbetreiber habe wohl nur einen Warnschuss in die Luft abgeben wollen, erklärte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Montagnachmittag: „Er geht davon aus, dass er keinen getroffen hatte.”

Kein Haftbefehl

Deshalb habe man keinen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt und werde nur noch wegen fahrlässiger oder gefährlicher Körperverletzung und nicht wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. Allerdings habe der Gastwirt keine Berechtigung zum Führen einer scharfen Waffe besessen.
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