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Streiks auch am Mittwoch: Auswirkungen geringer

Von: red/dpa
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Streik
Streikende Beschäftigte des öffentlichen Diensts mit Trillerpfeifen, Plakaten und Verdi-Fahnen bestimmten am Dienstagvormittag das Bild bei der Kundgebung auf dem Katschhof. Foto: Michael Jaspers
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Bei der West Verkehr und Energie bleiben die Busse - wie hier in Geilenkirchen - am Dienstag im Depot. Foto: Gottfroh

Streik Düren
Protestzug durch die Stadt: Bei einer Kundgebung in Düren am Dienstagvormittag machten die Streikenden ihrem Unmut Luft. Foto: Jörg Abels

Region. Die Auswirkungen des NRW-weiten Warnstreiks sind am Dienstag auch in unserer Region deutlich zu spüren gewesen. Kitas waren geschlossen, die Busse der West im Kreis Heinsberg blieben im Depot, in den Stadtverwaltungen hatten viele Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Auch am Mittwoch sind Warnstreiks angelaufen: In Aachen etwa bleiben Kitas und mehrere Schwimmbäder geschlossen. Insgesamt sind die Auswirkungen aber geringer.

Entwarnung für Pendler und Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind: Busse und Bahnen in Aachen und der Städteregion werden trotz der NRW-weiten Warnstreiks am Dienstag fahren. Das teilte die Pressesprecherin der Aseag, Anne Linden, am Montag mit.

Trotz Warnstreiks in NRW: Busse und Bahnen in Aachen fahren - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/trotz-warnstreiks-in-nrw-busse-und-bahnen-in-aachen-fahren-1.786139#plx570703720

Unsere Übersichtskarte zeigt Ihnen, wo es im Raum Aachen, Düren und Heinsberg zu Einschränkungen kommt.

Schwimmhallen geschlossen

Vom Streik betroffen sind am Mittwoch die Schwimmbäder in Aachen: Die Süd- und die Elisabethhalle bleiben geschlossen, die Schwimmhalle in Brand öffnet erst um 14 Uhr. Das teilte das Presseamt der Stadt mit. Nicht betroffen sei die Ulla-Klinger-Halle. Weiterhin öffnen auch am Mittwoch mehrere Kindertagesstätten nicht. Nach Angaben der Stadt seien allerdings nicht mehr die Hälfte aller Einrichtungen betroffen wie noch am Dienstag.

Für Mittwoch sind die Mitglieder der Gewerkschaft Komba zum Streik aufgerufen. Aus Aachen werden beispielsweise rund 200 Beschäftigte zu einer zentralen Kundgebung nach Bonn fahren.

Die Städteregion teilt mit, dass es im städteregionalen Straßenverkehrsamt zu erheblichen Einschränkungen kommen wird. So ist die Zulassungsstelle am Mittwoch komplett geschlossen. In der Führerscheinstelle ist aufgrund von Personalmangel mit längeren Wartezeiten und möglicherweise reduziertem Service zu rechnen. In dringenden Fällen von Kfz-Zulassungen können Bürger auf das Straßenverkehrsamt Düren (Kölner Landstraße 271, 52351 Düren, Tel.: 02421/222901) ausweichen.

Bereits am Dienstag haben sich in Aachen rund 1000 Beschäftigte der Verwaltungen aus Aachen, Würselen, Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Alsdorf versammelt und sind damit dem Verdi-Streikaufruf gefolgt. Verdi hatte landesweit mehr als 45.000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts zu Warnstreiks aufgerufen, um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen und die Forderungen nach 100 Euro mehr im Monat für jeden Beschäftigten und einer Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent Nachdruck zu verleihen.

Rund 20 Kindertagesstätten blieben geschlossen, in anderen gab es Notgruppen. Auch die Stadtbibliothek war geschlossen, Schwimmhallen öffneten hingegen. Die Busse und Bahnen in Aachen und der Städteregion fuhren trotz des NRW-weiten Warnstreiks.

Kitas in Düren geschlossen

Im Kreis Düren haben vor allem Eltern von Kindergartenkindern am Dienstagmorgen den Warnstreik im öffentlichen Dienst zu spüren bekommen. Fünf städtische Kitas blieben geschlossen, in drei Einrichtungen wurden Notgruppen für Kinder eingerichtet, die kurzfristig nicht bei Verwandten oder Bekannten untergebracht werden konnten.

Rund 350 Mitglieder der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich an einem Protestzug quer durch die Dürener Innenstadt, um den Gewerkschaftsforderungen Nachdruck zu verleihen. Darunter waren Beschäftigte der Landesklinik, des Wasserverbands Eifel-Rur, aber auch zivile Beschäftigte der Bundeswehr vom Fliegerhorst Nörvenich. Helga Schabram, Personalratsvorsitzende der Stadt Düren, stellte vor allem die soziale Komponente der Forderung in den Mittelpunkt: „Wir haben in der Stadt in vielen Bereichen Mitarbeiter in niedrigen Entgeltgruppen, die die 100 Euro gut gebrauchen können.“

Im Kreis Heinsberg blieben die Busse im Depot

Die West Energie und Verkehr konnte knapp die Hälfte des Busverkehrs - so viel wird in etwa von Vertragsunternehmen erbracht - aufrecht erhalten. Der Notfahrplan sei reibungslos gelaufen, teilte der Geschäftsführer und Betriebsleiter der West, Udo Winkens, auf Anfrage mit. Die Busse auf den Linien SB1, SB4, SB81, BW1, 411, 430 und 431 fuhren normal. Auch die Fahrten für die Grundschulen erfolgten. Vereinzelte Ausfälle gab es auf den Linien 438 und 439, alle anderen Linien konnten nicht bedient werden. Die Kunden hätten größtenteils mit Verständnis reagiert, so Udo Winkens.

Am Mittwochmorgen haben die Nahverkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen wieder ihren normalen Betrieb aufgenommen. „Alles ist wieder ganz normal angelaufen wie an jedem Tag sonst auch”, bestätigte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer. Er hatte die Warnstreiks vom Dienstag zuvor als unmissverständliche Aufforderung an den Arbeitgeber bezeichnet, am Donnerstag ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Denn die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen werden am Donnerstag fortgesetzt. Die Arbeitgeber hatten in der ersten und bislang einzigen Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

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