Streik-Blockade auf Autobahn kostet Patientin das Leben

Von: heck
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Dieses Feuer beschäftigt Belgien: Weil streikende Eisenbahnarbeiter am Montag die E40 nach Lüttich blockiert hatten, soll eine Patientin im Krankenhaus gestorben sein. Foto: stock/Belga

Lüttich/Aachen. Die Blockade der belgischen Autobahn 40 von Aachen nach Lüttich durch streikende belgische Eisenbahner am Montag hat ein böses Nachspiel. Weil ein Chirurg auf dem Weg zu einer Notoperation im ausgelösten Verkehrsstau steckengeblieben war, ist offenbar eine Patientin gestorben.

Wie belgische Medien berichten, war die aus Dänemark stammende Frau am Montag mit inneren Blutungen in das Krankenhaus in Hermalle-sous-Argenteau im Norden der Stadt eingeliefert worden. Der Bereitschaftsdienst habende Chirurg machte sich auf den Weg ins Hospital - doch blieb im Stau stecken, den die rund 200 streikenden Eisenbahner bei Herstal mit ihrer Blockade verursacht hatten.

Die Bahnmitarbeiter beteiligten sich an einer Protestaktion der sozialistischen Gewerkschaft FGTB gegen Kürzungen und hatten auf der Autobahn sogar Feuer entfacht. Als Autofahrer versuchten, die Blockade zu durchbrechen, kam es zu Rangeleien.

Der Chirurg erreichte Lüttich zu spät, die Frau starb. Das Krankenhaus Centre Hospitalier Chrétien erstattete Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.

Für weitere Aufregung sorgte eine erste Stellungnahme eines Gewerkschaftssprechers, der dem Krankenhaus vorwarf, den ärztlichen Bereitschaftsdienst falsch geplant zu haben. Mittlerweile ruderte die Gewerkschaft zurück: Die Streikaktion sei „total danebengegangen“, wie der belgische Rundfunk BRF berichtete. Man spreche den Angehörigen der Toten das Beileid aus. Die Gewerkschaft wolle Konsequenzen aus dem Vorfall für künftige Aktionen ziehen.

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