Aachen - Streetscooter als Musterbeispiel für Fortschritt gefeiert

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Streetscooter als Musterbeispiel für Fortschritt gefeiert

Von: Berthold Strauch
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Wegweisendes aus Aachen: Die Minister Svenja Schulze und Garrelt Duin (M.) überreichten Streetscooter-Chef Prof. Achim Kampker die Auszeichnung für den „Ort des Fortschritts“. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Streetscooter macht mächtig Furore. Am Montag wurde das junge Unternehmen, das die alte Tradition Aachens als Produktionsort für Automobile wiederbeleben möchte, mit einer besonderen Auszeichnung der Düsseldorfer Landesregierung bedacht. Gleich zwei Minister reisten dazu in die Niederlassung der aufstrebenden Hightech-Perle auf einem ehemaligen Hüttengelände.

Die Ressortchefs für Wirtschaft, Garrelt Duin (SPD), und seine für die Wissenschaften zuständige Parteifreundin Svenja Schulze zeichneten den von Streetscooter-Geschäftsführer Professor Achim Kampker gelenkten Hersteller von Elektrofahrzeugen als „Ort des Fortschritts NRW“ aus. Die Stromer made in Aachen haben bereits die Deutsche Post DHL in Bonn so überzeugt, dass die Streetscooter-Macher 50 Vorserienmodelle für die Zustellung fertigen, die am Rhein erste Erfahrungen sammeln.

Rund 80 mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sich in einem Konsortium zusammengeschlossen, um das völlig neu konzipierte Fahrzeugprojekt auf die Räder zu stellen. „Hier entsteht die Autoindustrie der Zukunft“, feierte RWTH-Prorektor Prof. Malte Brettel das maßgeblich an seiner Eliteuniversität vorangetriebene Elektroauto. „Was hier passiert, ist sehr aufregend“, fügte er an und sprach von einem „Innovationsmotor“.

Bei diesem Thema, so Ministerin Schulze, gehe es auch um „die Zukunft der Mobilität“, die viel mehr sei als eine rein technische Frage. Der Streetscooter könne ein wichtiger Baustein zur Lösung dieser Fragen werden. Aachen sei einer der führenden Standorte für die Forschung rund um die Elek-tromobilität. Allein an der RWTH würden dazu über 20 Projekte in etwa 30 Einrichtungen forciert, wofür ein Budget von mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung stehe. Dabei würden „ausgetretene Pfade im Automobilbau völlig in Frage gestellt. Querdenken bringt Innovationen“, so die Ministerin. Der „Ort des Fortschritts“ könne auch ein Ansporn sein, Lösungen auf drängende Fragen wie den Klimawandel, endliche Ressourcen und bezahlbare Mobilität zu geben.

Ökonomisch erfolgreich

Wirtschaftsminister Duin lobte den Mut der Streetscooter-Initiatoren, sich „auf den Weg zu machen, um ein ökonomisch erfolgreiches Auto auf die Straße zu bringen“. Aachen sei „ein wunderbares Beispiel“ dafür, dass es in Nordrhein-Westfale „an entscheidender Stelle vorangeht“. Dabei nannte Duin auch das letzte Woche eröffnete neue Zentrum für Elektromobilproduktion auf dem Campus-Gelände. Bei Streetscooter setzten die Verantwortlichen mit dem Einstieg in die gewerbliche Nutzung „aufs richtige Pferd“. Über die Erfahrbarkeit von Elektromobilität könne es auch für die gesellschaftliche Diskussion eine neue Dynamik geben, bekräftigte Duin.

Für Prof. Kampker ist die Auszeichnung als „Ort des Fortschritts“ kein Anlass, sich zurückzulehnen, sondern eine dauernde Aufgabe, weiterzumachen. Und Minister Duin machte Hoffnung, dass auch das Land mit Unterstützung der Europäischen Union weiterhin einen „eindeutigen Schwerpunkt“ setzen wolle, um die Elek-tromobilität weiter zu unterstützen. Das könnte somit auch demnächst zusätzliche Fördermillionen für die Aachener bedeuten.

Von Beginn an, so Streetscooter-Chef Kampker, habe man auf Dialog gesetzt, um „Hand in Hand an Lösungen zu arbeiten“ – von der RWTH über die Stadt Aachen und die Städteregion über die Landesregierung bis zur Industrie.

Als „Orte des Fortschritts“ zeichnen das Wirtschafts- und das Wissenschaftsministerium gemeinsam wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen aus, denen es „in hervorragender Weise gelungen“ sei, im Rahmen ihrer Projekte ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte zu berücksichtigen und einen „Lösungsbeitrag zu gesellschaftlichen Herausforderungen“ zu liefern. Die Streetscooter GmbH ist erst die zweite Einrichtung, die damit gewürdigt wird.

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