Aachen - Straßenschäden größer denn je

Straßenschäden größer denn je

Von: Verena Müller, Robert Esser und Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Loch-Streifen: So wie hier in der Aachener Heinrichsallee oder so ähnlich sieht er zurzeit auf vielen Straßen aus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. So groß und vor allem so zahlreich waren die Löcher noch nie. Das gilt in diesem Winter für Finanzen und Straßenschäden. Da wird aus Frost Frust. Beides verursacht „Riesenprobleme” - wie etwa Franz Narloch, Leiter des Aachener Stadtbetriebs, am Dienstag bestätigt.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass die Straßen wegen der vielen Schlaglöcher jemals in einem so schlechten Zustand waren”, sagt er. „Und es wird täglich schlimmer.” Gerade hat Aachen - das 1000 Straßenkilometer pflegen muss - 16 Tonnen Kaltasphalt nachbestellt, um die schlimmsten Asphaltfetzen zumindest auf den Hauptstraßen zu flicken.

Einige Fahrspuren mussten zeitweise mit Baken gesperrt werden. Vielerorts kommen die Straßenbaukolonnen mit den Reparaturarbeiten nicht mehr nach. Dabei dürfte der Winter noch wochenlang andauern, und der größte Aufwand kommt erst noch. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen deutlich über zehn Grad Celsius steigen, müssen alle „Kaltasphalt-Reparaturen” noch einmal weggerissen werden, damit die Schäden mit robustem Flüssigasphalt haltbar behoben werden können.

Während in Eschweiler und Stolberg die Straßenschäden noch nicht das Ausmaß des vergangenen Winters erreicht haben, sieht Walter Weinberger, Amtsleiter für Kreisentwicklung und -straßen, im Kreis Düren bereits jetzt ein ähnliches Schadensbild wie im vergangenen Winter. Allerdings sei der Norden des Kreises derzeit besser zu begutachten als der Süden, da dort vielerorts noch viel Schnee an den Rändern der Kreisstraßen liege, sagt Weinberger.

Bereits jetzt sei die Straßenmeisterei angehalten, Löcher mit Kaltasphalt aufzufüllen, wo sie ins Auge fallen. „Im vergangenen Jahr wurden acht Tonnen Kaltasphalt zum punktuellen Flicken verbraucht”, sagt Weinberger. Er erwarte, dass diese Menge in diesem Jahr nicht ausreicht. Die Summe, die für Straßenerhalt und -sanierung im Haushalt vorgesehen ist, ist aber geringer als 2010: statt 550.000 sind es 400.000 Euro.

In der Nordeifel ist die Schneedecke noch weitgehend intakt, allerdings werden auch hier bereits erste Schäden sichtbar: Schlaglöcher, Spurrillen und abgeknickte Straßenschilder. „In diesem Jahr werden die Schäden aufgrund der großen Schneemassen und der andauernden kalten Temperaturen wohl besonders extrem sein”, sagt Klaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath.

Ob das NRW-Verkehrsministerium - wie im Vorjahr - auch diesmal mit einer kräftigen Finanzspritze zur nachhaltigen Sanierung der Landesstraßen im Grenzland beiträgt, ist offen. Nach dem letzten Winter hatten die acht Straßenmeistereien zwischen Bonn und Aachen insgesamt rund eine Million Euro zusätzlich erhalten, um Reparaturen in Auftrag geben zu können. Die Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßenbau ist für rund 2300 Asphaltkilometer zuständig. Wie hoch der Reparatur- und damit der Finanzaufwand tatsächlich ausfallen wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden.
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