Aachen/Düsseldorf - Straßen in NRW: Mehr Geld, mehr Schäden, mehr Frust

Straßen in NRW: Mehr Geld, mehr Schäden, mehr Frust

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Die Straßenschäden in NRW nehmen enorme Ausmaße an. Foto: dapd

Aachen/Düsseldorf. Die Straßenschäden in Nordrhein-Westfalen nehmen Ausmaße an, die mittlerweile selbst die frustrieren, die für deren Reparatur verantwortlich sind.

„Wir könnten erheblich mehr Schäden beheben, doch es fehlt schlicht und ergreifend an Geld”, sagte am Dienstag Bernd Aulmann vom Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW) in Euskirchen auf Anfrage unserer Zeitung.

In diesem Jahr sind die finanziellen Gegebenheiten auch deswegen so miserabel, weil der Nachtragshaushalt 2010 gerade vom Landesverfassungsgericht abgelehnt wurde und noch immer niemand weiß, wie viel Geld für die Straßeninstandsetzung am Ende übrig sein wird. Die Behebung der Schäden kommt überhaupt nicht voran. Entsprechende Recherchen der „Nachrichten” bestätigte am Dienstag auch das NRW-Verkehrsministerium.

Dabei wurden die Ausgaben für den Straßenerhalt in NRW zwischen 1995 (28,2 Millionen Euro) und dem Ansatz für 2011 (78,5 Millionen) nahezu verdreifacht - zu Lasten des Etats für Straßenneubau, der im selben Zeitraum von 74 Millionen auf 55 Millionen Euro sank. Doch trotz des erheblichen finanziellen Mehraufwands reicht das Geld bei weitem nicht, weil in den vergangenen Jahrzehnten die Straßen oft nur notdürftig geflickt worden seien, anstatt sie sachgerecht zu reparieren, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag. Die Rechnung dafür bekommen jetzt die Auto- und Motorradfahrer, die sich 2011 noch mehr als in den Vorjahren mit Winterschäden und Schlaglöchern herumplagen müssen.

„Wir wissen, was wir tun müssten, wir wissen, dass wir die personellen Kapazitäten dazu haben und kommen trotzdem nicht voran”, sagte Heinrich Bergerbusch von Straßen.NRW in Gelsenkirchen. Für die 6100 Mitarbeiter des Landesbetriebes sei „das traurig und ehrlich gesagt auch frustrierend” - ebenso wie für Steuerzahler und Autofahrer.

Straßenbelag der Zukunft aus Aachen

„Wir müssen Straßen bauen, die 100 Jahre halten. Das ist ehrgeizig, aber die Menschheit will auch zum Mars fliegen”, sagt Bernhard Steinauer, Lehrstuhlinhaber des Instituts für Straßenwesen an der RWTH Aachen. Dort wird zurzeit ein neuer Straßenbelag mit dem Namen „Carpet” entwickelt.

Der Belag wird in einer Fabrik hergestellt und kann wie ein Teppich von einer Rolle abgerollt und mit dem Untergrund verklebt werden. Später kann der Belag genauso einfach wieder aufgerollt werden. Bis zur Marktreife des Belages kann es nach Ansicht von Steinauer allerdings noch Jahre dauern.
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