Bonn - Stöckelschuh-Fetischist wegen Raubes angeklagt

Stöckelschuh-Fetischist wegen Raubes angeklagt

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Bonn. Ein Stöckelschuh-Räuber versetzte im vergangenen Sommer Frauen in Bonn wochenlang in Angst und Schrecken.

Am Dienstag erhob die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 28-Jährigen wegen Raubes und Körperverletzung in sieben Fällen. Zwischen Februar 2008 und Juli 2009 soll er sieben Frau immer nach demselben Muster überfallen haben.

Laut Anklage näherte er sich den Opfern von hinten, packte ihnen ans Bein und riss ihnen den Stöckelschuh oder Pumps vom Fuß. In zwei Fällen soll er den Opfern im Alter zwischen 26 und 42 Jahren auch beide Schuhe entrissen haben.

Die meisten Tatorte waren U-Bahnstationen in Bonn, aber auch am Köln-Bonner Flughafen war der Mann aktiv. Die letzten beiden Taten beging er kurz vor der Verhaftung im Juli 2009, als er zwei Frauen auf offener Straße in Leverkusen und Köln ans Schuhwerk ging. Neben dem Schock erlitten fast alle Opfer auch Verletzungen durch die Stürze.

Die Beute verwendete der 27-jährige laut Anklage zur Befriedigung seines Sexualtriebes. Die Ermittler kamen dem Angeklagten auf die Spur, als bei einem Überfall an einer Bonner U-Bahn-Haltestelle gefilmt wurde. Ein Polizeibeamter erkannte ihn, denn er war der Justiz durchaus bekannt.

Gegen den 28-Jährigen läuft zur Zeit vor dem Amtsgericht Siegburg ein Verfahren wegen Diebstahls. Hier wird ihm unter anderem vorgeworfen, in einem Mehrfamilienhaus die Stöckelschuhe entwendet zu haben, die vor Wohnungstüren standen - oder auch in fremden Kellern Damenunterwäsche von der Leine gestohlen zu haben.

Ein psychiatrisches Gutachten kommt in einer ersten Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte unter einer Borderline- Persönlichkeitsstörung leidet, die sexuell betont ist. Ob er für die Straftaten verantwortlich gemacht werden kann oder vielleicht sogar in die Psychiatrie eingewiesen werden muss, das muss demnächst das Bonner Landgericht entscheiden.
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