Sternsinger pochen auf Kinderrechte

Von: dpa
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Kinderrechte sind das zentrale Thema der Sternsingeraktion 2011/12. Foto: Erzbistum dapd

Aachen. Kinderrechte sind das zentrale Thema der Sternsingeraktion 2011/12. 500.000 Jungen und Mädchen sammeln unter dem Leitwort „Klopft an Türen, pocht auf Rechte” nach Weihnachten Spenden für Kinder in den armen Ländern der Welt.

Am Beispiel Nicaragua beleuchten das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Lebenssituation von Kindern dort, wo „Kinderrechte von vielen mit Füßen getreten werden”. Die 54. Aktion wird am 28. Dezember in Mainz mit Kardinal Karl Lehrmann eröffnet, wie die Organisatoren am Montag in Aachen mitteilten. Bei der letzten Aktion hatten die Kinder 41,8 Millionen Euro gesammelt.

„Millionen von Kindern leiden an Hunger, können nicht lesen und schreiben und sind durch Krieg und Gewalt verstümmelt”, sagte BDKJ-Bundesvorstand Simon Rapp. Das Aktionsplakat zeigt deutsche Sternsinger mit entschlossenen Mienen - einmal nicht lächelnd wie sonst.

Der Chef des Kindermissionswerks Klaus Krämer erklärte: „Sternsinger sind nicht nur niedlich und nett, sondern haben auch eine Botschaft: Dass wir Verantwortung tragen für Kinder in der Welt.” Abgebildet ist auch der neunjährige Ricardo aus Nicaragua, der nach dem spurlosen Verschwinden seiner Eltern in einem Heim lebt.

Die Sternsinger nehmen am 1. Januar am Neujahrsgottesdienst von Papst Benedikt XVI. teil. Am 5. Januar sind sie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und am 6. Januar, dem Dreikönigstag, besuchen sie Bundespräsident Christian Wulff.

Die Umstrukturierung in vielen Bistümern habe der Aktion nicht geschadet - sie sei weitgehend ein Selbstläufer, sagten die Organisatoren. Allein in Ostdeutschland sei die Situation schwieriger. In vielen Regionen fehle es an Kindern, die das Sternsingen durchführen könnten.

Seit den 90er Jahren haben die Sternsinger beim Spendenergebnis immer neue Rekorde aufgestellt. „Wie lange das so bleiben wird, wissen wir nicht”, sagte Krämer vorsichtig. Das hänge natürlich auch von der Zahl der Gruppen ab. Die Entwicklung werde man sehr genau beobachten.

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