Steigende Besucherzahlen: Der Nationalpark Eifel boomt

Von: Claudia Schweda
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Nationalpark Eifel
Mit fast 41 Prozent bleiben die meisten Touristen immer noch für maximal einen Tag. Doch inzwischen bleiben 35 Prozent für mindestens eine Nacht. Foto: dpa

Schleiden. Die Analyse der aktuellen Besucherzahlen und -ströme im einzigen Nationalpark in NRW in der Eifel lässt die Touristiker jubeln: Die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren sind von 450.000 auf 650.000 gestiegen, hieß es am Montag bei der Vorstellung der Studie in Schleiden-Gemünd.

Zählt man auch noch die 220.000 Einheimischen hinzu, die den Nationalpark Eifel bewusst zur Erholung aufsuchen – wie es die Studie der Wiener Universität für Bodenkultur und des Instituts für Natursport an der Deutschen Sporthochschule in Köln getan hat – ist sogar fast eine Verdopplung der Besucherzahl auf 870.000 zu konstatieren. Zum Vergleich: In den ältesten deutschen Nationalpark, den Bayerischen Wald, kommen 1,3 Millionen Besucher pro Jahr.

Für die Studie wurden die Besucher an 19 Zugängen in den Nationalpark von Mai 2014 bis Mai 2015 permanent gezählt. Dazu kam eine Befragung der Besucher an 13 ausgewählten Tagen in diesen zwölf Monaten an sämtlichen Eingängen in den Nationalpark.

Deutlich spürbar ist laut Studie inzwischen der Effekt des Status‘ als Nationalpark: Für die Hälfte der aktuell befragten Touristen spielte bei der Auswahl der Eifel als Ziel dieser Schutzstatus eine große oder sogar sehr große Rolle. Vor neun Jahren war das nur bei gut einem Viertel der Besucher der ausschlaggebende Grund.

Die Tagestouristen stellen mit 41 Prozent immer noch die größte Gruppe. Sechs Prozent von ihnen kommen aus Belgien und den Niederlanden. Doch inzwischen bleiben 35 Prozent für mindestens eine Nacht – ein Plus von elf Prozentpunkten. Darunter ist fast jeder Vierte ein Belgier oder Niederländer. Und die Zahl der Übernachtungen hat sich laut Studie von durchschnittlich 3,9 Nächten auf 4,6 gesteigert.

Zudem belegen die Zahlen, dass durch die Gründung des Nationalparks viele neue Gäste gekommen sind: Über 70 Prozent sind laut Studie vor der Gründung des Nationalparks im Jahr 2004 noch nie in der Eifel gewesen. Und wer einmal im Nationalpark war, ist extrem zufrieden: Fast 94 Prozent waren zufrieden oder sehr zufrieden. Und fast 80 Prozent der Befragten gaben an, einen mehrtägigen Aufenthalt in der Nationalparkregion weiterzuempfehlen. Zwei Drittel meinten, dass sie „zu 100 Prozent“ in den nächsten fünf Jahren wiederkommen werden.

Der wirtschaftliche Effekt ist entsprechend: Der Bruttoumsatz, der durch die Besucher im Nationalpark Eifel gemacht wird, ist laut Studie von 8,7 Millionen Euro im Jahr 2007 auf aktuell über 30 Millionen Euro gestiegen. Tagesgäste geben im Schnitt 20,50 Euro pro Tag aus (2007: 10,50 Euro), bei Übernachtungsgästen sind es 77 Euro (2007: 52 Euro). Damit sind demnach inzwischen fast 700 Arbeitsplätze durch den Nationalparktourismus entstanden.

Trotz der deutlich gestiegenen Besucherzahl empfinden nur wenige den Nationalpark Eifel als überfüllt: 71 Prozent bezeichneten das Besucheraufkommen als angenehm oder sogar noch als zu wenig. Die Routenanalysen in der Studie zeigen, dass selbst an attraktiven Wochenenden weite Flächen des Nationalparks nur gering genutzt werden. Die gezielte Lenkung der Besucherströme über Attraktionen wie den „Wilden Weg“ im Kermeter funktioniere, lautet die Analyse.

Defizite sieht die Studie in der fehlenden Strategie, neue Zielgruppen jenseits der an Natur interessierten Menschen anzusprechen. Auch beim boomenden Thema Radtouristik gäbe es ein großes Potenzial zur Professionalisierung.

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