Houston/Aachen - Startup der RWTH räumt mit Superkleber in den USA ab

Startup der RWTH räumt mit Superkleber in den USA ab

Von: red
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Gewinner in Houston
Freude über den Erfolg in Houston: das Team der Medical Adhesive Revolution (MAR) der RWTH. Foto: RWTH

Houston/Aachen. Wissenschaftler der RWTH Aachen haben beim weltweit größten Business Plan Wettbewerb in den USA im ganz großen Stil abgeräumt: Für einen von ihnen entwickelten biologisch abbaubaren medizinischen Gewebekleber erhält das Team der Medical Adhesive Revolution (MAR) der RWTH ein Preisgeld von über 500.000 US-Dollar.

Die frohe Kunde aus den USA macht an der RWTH schnell die Runde: „Der Sieg in Houston ist eine große Leistung für so ein junges Unternehmen“, betont Professor Malte Brettel, Prorektor der RWTH für Wirtschaft und Industrie. „Für mich ist es ein tolles Beispiel, wie aus industrieller und universitärer Forschung ein kommerziell interessantes Produkt entsteht."

Der MAR-Wundkleber kann auf der Haut zum Schließen von Schnitt- und Platzwunden eingesetzt werden, aber auch als biologisch abbaubareres Produkt im Körper zum Stoppen von starken Blutungen an Organen oder dem luftdichten Verschluss von Wunden, beispielsweise bei einer Lungenperforation. Der Kleber verschließt die Wunden in Sekunden, ist elastisch und präzise anwendbar. Mögliche Einsatzgebiete sind die plastische Chirurgie, Notfallmedizin und viele klassische Operationen.

In der Vorauswahl mussten sich die MAR-Forscher gegen rund 1200 Mitbewerber durchsetzen. Gemeinsam mit 41 weiteren Teams wurden die Aachener zur Endrunde an die Rice University in Houston, Texas, eingeladen. Sie präsentierten ihre Geschäftsidee vor Investoren und Unternehmern, anschließend stellten sie sich den kritischen Fragen des Publikums. Im Finale überzeugten die Doktoranden Marius Rosenberg und Alexander Schüller am Lehrstuhl Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler (WIN) der RWTH, geleitet von Professor Malte Brettel. Rosenberg ist zugleich Geschäftsführer der siegreichen Firma, Schüller leitet das RWTH-Gründerzentrum.

Besonders überzeugte die Jury das bereits weit fortgeschrittene Entwicklungsstadium, welches Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Region ist. „Für uns ist dieser erste Platz ein großer Erfolg. Wir sind begeistert von dem großen Interesse an unserem Produkt,“ so Geschäftsführer Rosenberg. „Der Wettbewerb war für uns eine einmalige Möglichkeit, Kontakte zur amerikanischen Investorenszene zu bekommen.“

Die Medical Adhesive Revolution GmbH wurde 2013 in Aachen gegründet. Vorher wurde der Klebstoff über einige Jahre von einem Chemieunternehmen entwickelt und vom Mediziner Tolba getestet. Im März 2014 konnte das Unternehmen dann eine erste Finanzierungsrunde mit dem Seed Fonds II Aachen, mit der Förderbank KfW und einigen Privatinvestoren abschließen.

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