Stalker bekommt fünf Jahre für Geiselnahme

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Ein 29-Jähriger ist am Montag vor dem Aachener Landgericht zu fünf Jahren Haft wegen Geiselnahme in einem minderschweren Fall verurteilt worden.

„Sie können ihrem Anwalt danken, dass wir ihre Tat als einen minderschweren Fall von Geiselnahme bewertet haben!” Der Aachener Strafrichter Arno Bormann war von Beginn an nicht gut zu sprechen auf den 29-jährigen Angeklagten.

Trotzdem hat Omer K. (29) bei dem gestrige Urteil vor dem Landgericht sogar noch Glück gehabt. Fünf Jahre Haft bekam der staatenlose Mann, weil er einen Bekannten entführt hatte. Das Opfer habe noch heute sehr verschüchtert gewirkt. Der Bekannte war von K. in seiner Wohnung überfallen worden, „einige Kumpels”, so der Richter, halfen im September 2008 bei der Tat.

Damals verhielt sich der 29-Jährige wie ein hemmungsloser Stalker. Er habe den Bekannten zwingen wollen, den momentanen Aufenthaltsort seiner Exfreundin preiszugeben. Doch das Opfer weigerte sich, wahrscheinlich, weil er gar nicht wusste, wo sich die Freundin, die beide kannten, aufhielt.

Sie wollte nichts mehr von dem rabiaten K. wissen, den sie zuvor aus ihrer Wohnung geschmissen hatte. Er hatte sie beispielsweise an den Haaren durchs Treppenhaus gezogen und ihr eine Droh-SMS nach der anderen geschickt, deren Inhalte öffentlich nicht wiederzugeben sind.

Als der Bekannte nicht angeben wollte (oder konnte), wo sich die Gesuchte befand, entschloss sich der Angeklagte mit seinen Helfern, dem unwilligen Bekannten mal richtig die Flötentöne beizubringen. Noch in der eigenen Wohnung, empörte sich der Richter, habe er Faustschläge und einen Hieb mit einer Flasche einstecken müssen. Als das nichts fruchtete, begann die Geiselnahme.

Sie schafften das Opfer ins Auto, fuhren zum bewaldeten Lousberg, einem Hügel mitten in Aachen. Dort ging es richtig zur Sache. Omer K. habe den verschüchterten Mann extrem bedroht, dann brachte er ihm mit einem Messer einen Stich bei. Dass man den Geschädigten in ein Krankenhaus brachte, wurde als mildernd eingestuft.

Die Exfreundin habe auch heute noch Heidenangst vor dem Exfreund, der laut Gericht „seine Zurückweisung als Mann” einfach nicht verarbeitet hatte. Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre.
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