Stadtkern in Monschau ist raketenfreie Zone

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Monschau / Silvester
So begrüßten die Monschauer das neue Jahr 2009. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Die Monschauer dürfen auch das Jahr 2012 nicht mit Böllern und Raketen im historischen Altstadtkern begrüßen. Zum Schutz von historischen Gebäuden in der früheren Eifeler Tuchmacherstadt darf zum zweiten Mal an Silvester im Stadtkern keine Rakete gezündet werden.

Stattdessen können Einwohner und Touristen auf einem großen Parkplatz am Rand böllern.

Die Erfahrungen im vergangenen Jahr seien gut gewesen, sagte der Leiter des Ordnungsamtes Vinzenz Klein am Mittwoch: „Wir hatten mit großem Widerstand gerechnet. Der ist ausgeblieben.” Beim Deutschen Feuerwehrverband ist keine weitere Kommune in NRW mit einer solchen Maßnahme bekannt.

Die Monschauer fürchten um den mittelalterlichen Kern, der fast ausschließlich aus historischen Gebäuden besteht. Durch die enge Bebauung oder Öffnungen, etwa durch schlecht sitzende Schieferplatten an Dächern, gebe es eine höhere Brandgefahr, begründete die Stadt die Maßnahme. Oft werde in den engen Winkeln der Stadt leicht brennbares Material gelagert. Die Altstadt ist das Kapital von Monschau. Dafür kommen viele Touristen in das Eifelstädtchen.

Der Vize-Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands Hartmut Ziebs hält die Maßnahme für sinnvoll. Unter diesen Umständen könne sich andernfalls ein Feuer rasch ausbreiten. Feuer durch Raketen gebe es aber auch immer wieder in neueren Gebäuden. „Es ist keine Seltenheit, dass Feuer durch Raketen auf der Terrasse entstehen”, sagte Ziebs. Dabei gerieten Gartenmöbel oder Geländerverkleidung in Brand.

In der Silvesternacht vor einem Jahr war durch eine Rakete der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert einer Aachener Kirche massiv beschädigt worden. Die Rakete war durch ein Fenster geflogen und in der Kirche explodiert.

Die Homepage wurde aktualisiert