Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bonner Konferenzzentrum

Von: ddp
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Markantes Glasdach: Der Erweiterungsbau des Bonner Kongresszentrums bringt die Stadt in finanzielle Nöte, weil die Investoren 32 Millionen Euro angekündigt haben, die sie nun aber nicht überweisen. Foto: Klodt

Bonn. Im Zusammenhang mit dem Bau des Kongresszentrums WorldCCBonn im ehemaligen Bonner Regierungsviertel hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Betrugs, Untreue und Bestechung eingeleitet.

Dazu wurden nach Angaben eines Justizsprechers am Dienstag 14 Durchsuchungsbeschlüsse in Bonn und Berlin vollstreckt.

Die Ermittlungen richteten sich gegen leitende Mitarbeiter eines amerikanischen Investors, einen deutschen Rechtsanwalt sowie Geschäftsführer verschiedener am Bau des WCCB beteiligter Firmen. Mitarbeiter der Stadt Bonn waren nicht betroffen.

Zum World Conference Center Bonn gehören bislang der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages sowie das historische Wasserwerk, in dem ebenfalls der Bundestag getagt hat. Im Mittelpunkt der Affäre steht ein Erweiterungsbau, der vor allem den in Bonn angesiedelten UN-Organisationen dienen sollte.

Dafür sollten ein First-Class-Hotel und ein Kongresszentrum für bis zu 5000 Delegierte errichtet werden. Bei der Vertragsunterzeichnung für das Bauvorhaben hatte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) im März 2006 vom „wichtigsten Zukunftsprojekt Bonns in den nächsten Jahren” gesprochen.

Das amerikanische Unternehmen SMI Hyundai hatte im Jahr 2005 den Zuschlag für den Bau erhalten. Im November 2006 begannen die Bauarbeiten für das Konferenz-Gebäude, das ursprünglich Ende 2009 fertiggestellt werden sollte.

Im Februar 2009 wurde bekannt, dass die Kosten des Projekts von ursprünglich 140 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro gestiegen waren. Die zusätzlich erforderlichen 60 Millionen Euro konnten vom Investor nicht aufgebracht werden. Auch ein von der Stadt kurzfristig herbeigeschaffter asiatischer Investor hielt seine Finanzierungszusagen nicht ein.
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