Staatsanwälte machen ihre Visite vor Ort

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Mit einer neuen Idee rückt die Aachener Staatsanwaltschaft jugendlichen Straftätern verstärkt auf den Leib, dies vor allem in den ländlichen Gebieten des Kreises Heinsberg, in Jülich und Umgebung sowie in Alsdorf.

Der Kreis Heinsberg wird dafür aufgeteilt und erhält zwei Jugendstaatsanwälte. Die vier Ankläger wurden am Mittwoch in Aachen durch Behördenleiterin Elisabeth Auchter-Mainz vorgestellt. Sie sollen vor Ort persönliche Kontakte knüpfen und jugendlichen Straftätern in kürzester Zeit die Gesetzwidrigkeit ihres Tuns vor Augen führen.

Ziel der konzertierten Aktion mit dem Namen „Staatsanwalt für den Ort”, so die Leitende Oberstaatsanwältin, sei eine Verkürzung der Zeit, bevor die Straftaten verfolgt werden. Im Jugendstrafrecht stehe der „Erziehungsgedanke” vorne an, erklärte die Behördenchefin. Behördensprecher Oberstaatsanwalt Robert Deller formulierte den Grundgedanken des „Staatsanwaltes für den Ort” griffig mit dem Satz, hier soll eben wenn nötig „die Strafe auf dem Fuße folgen”.

Im jugendlichen Intensivtäterbereich gebe es in der Zuständigkeit der Aachener Staatsanwaltschaft eine sogenannten Intensivtäterliste, auf der sich „etwas mehr als 100 Namen” (Deller) befinden. Nach einem polizeilichen Punktesystem, das Häufigkeit der Taten und Gewaltbereitschaft der Jugendlichen erfasst, kommen die Intensivtäter auf die Liste, die halbjährlich von Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendgerichtshilfe abgeglichen wird. Je nach Punktzahl kommt es zu einer genaueren Beobachtung oder zur sogenannten Gefährdetenansprachen durch die Beamten vor Ort, die „eine deutliche Ansage” in einem persönlichen Gespräch machen.

In ihrer Jahresbilanz 2009 vermeldet die Staatsanwaltschaft Aachen einen Rückgang der Fallzahlen. Mit 71.670 Anzeigen wegen Straftaten bei namentlich bekannten Tätern lag die Zahl 5,9 Prozent unter dem Vorjahr. Rund 39000 der Taten fielen in den Bereich der schwereren Kriminalität.

Auch bei den Anzeigen „gegen unbekannt” gab es einen Rückgang von etwa 50.000 auf 48.000 Eingänge. 73 Staatsanwälte arbeiten in der Aachener Behörde. Bei den Kapitaldelikten, Mord und Totschlag, haben sich die Zahlen 2009 nach Angaben der Behörde „normalisiert” und liegen wieder im Landesschnitt.
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