SS-Mann Boere hat Erinnerungslücken

Von: dpa
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SS-Prozess / Heinrich Boere
Der Angeklagte Heinrich Boere (links, vorne) sitzt in Aachen im Saal des Landgerichts. Foto: dpa

Aachen. Der frühere SS-Mann Heinrich Boere hat nach eigenen Angaben während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden aktiv nach untergetauchten Personen des Widerstands gesucht.

Im Mord-Prozess vor dem Landgericht Aachen hieß es am Dienstag in einer Erklärung, er erinnere sich aber nicht mehr, ob diese Tätigkeit im Mai 1944 zu einer Razzia führte, bei der 52 Menschen festgenommen wurden und sieben in Folge starben.

Boere wird zur Last gelegt, im Sommer 1944 als Angehöriger eines Sonderkommandos der Germanischen SS in den Niederlanden drei Männer erschossen zu haben. Der 88 Jahre alte Angeklagte hat diese Taten gestanden, beruft sich jedoch auf Befehlsnotstand. Die Nebenklage hingegen will beweisen, dass Boere kein bloßer Befehlsempfänger war, sondern ein eifriger, überzeugter Nationalsozialist.

Die Nebenklage hatte jüngst Strafanzeige gegen Boere wegen möglicher weiterer Mordfälle gestellt. Sie geht davon aus, dass er sich als Spion in den Widerstand eingeschlichen und Zufluchtsorte verraten hatte - und damit den Tod von sieben Menschen vorsätzlich mit verursachte. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

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