Aachen - Spitzenspiel der Öcher: Narren gegen Kicker

Spitzenspiel der Öcher: Narren gegen Kicker

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Montag, 1. Februar 2010. Ein Datum, das in die Mediengeschichte der Stadt Aachen eingeht. Ganz Deutschland wird Zeuge des Quotenkampfes Aachener Karnevalsverein (AKV) gegen Alemannia Aachen.

20.15 Uhr ARD: Aufzeichnung der Festsitzung „Wider den tierischen Ernst” mit Ordensritter Jürgen Rüttgers. 20.15 Uhr DSF: Live-Übertragung des Top-Spiels Alemannia gegen den derzeitigen Tabellenführer Kaiserslautern. Als Favoriten gehen die Narren ins Duell: 4,3 Millionen Zuschauer verbuchte der AKV im Vorjahr, das Montagsspiel im DSF zieht in der Regel 1,6 bis 2,2 Millionen Fans.

„Wir wünschen dem AKV am Samstag zuvor einen vollen Eurogress, uns am Montag einen vollen Tivoli. Die Fernsehzuschauer teilen wir uns dann untereinander auf, und alle sind glücklich”, übt sich Sportdirektor Erik Meijer in Diplomatie. Derweil spricht AKV-Präsident Horst Wollgarten, selbst ehedem Alemannia-Spieler von der E-Jugend bis zu den Amateuren (Rechtsaußen), von „einem Spitzenspiel auf zwei Kanälen”. Der einstige Flügelstürmer: „Schade für die Fußballfans, dass sie eine phantastische Festsitzung verpassen werden.”

Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Erstmals produziert die Werner Kimmig GmbH, die auch den Deutschen Fernsehpreis und die Bambi-Verleihung in Szene setzt, die Sendung des WDR. „Leitfaden wird 60 Jahre Orden wider den tierischen Ernst sein”, verrät Wollgarten, der auf der Bühne drei Newcomer begrüßen wird: den Arzt und Kabarettisten Eckarr von Hirschhausen, die Entertainerin Desiree Nick sowie das Deutsche Fernsehballett. Vorjahresritter Mario Adorf wird die Laudatio halten, sein Nachfolger Jürgen Rüttgers hüllt sich rund um das Konzept seiner Ritterrede noch geheimnisvoll in Schweigen. Der Öcher Fastelovvend wird mit der Stimmungsgruppe „Amigos”, dem Stadtoriginal Lennet Kann (Dirk von Pezold) sowie dem Comedian Jürgen Beckers vertreten sein.

Trotz der zeitgleichen Verleihung der Goldenen Kamera (Wollgarten: „Ärgerlich, dass sich das nicht vermeiden ließ.”) trudeln etliche Promis ins Eurogress: Zehn Ritter geben Rüttgers närrisches Geleit, darunter Joachim Hunold, Wendelin Wiedeking, Thomas Borer, Hans-Dietrich Genscher, John C. Kornblum und Friedrich Merz.

Aus der Show- und Filmbranche haben sich unter anderem Ralf Möller, Birgit Schrowange, Max Schautzer, Margarete Schreinemakers angesagt. Die Wirtschaft ist zum Beispiel mit Verlagsmanager Bodo Hombach, Kiepenheuer & Witsch-Verleger Helge Malchow, RWE-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Grossmann oder dem Kölner IHK-Chef Paul Bauwens-Adenauer präsent.

Politisch verirren sich die Bayern Günther Beckstein und Michael Glos in den äußersten Karnevalswesten. Edmund Stoiber meidet Aachen seit seinem Ritterdesaster anno 2000. Dafür folgt ein Gutteil des NRW-Kabinetts seinem Chef: so die Minister(innen) Barbara Sommer, Ingo Wolf, Helmut Linssen, Ingo Wolf und Armin Laschet.

Premiere feiert eine neue und nicht mottogebundene Bühnenkulisse, die in den nächsten fünf Jahren verwendet werden soll: „Sie ist neutral und setzt stark auf Lichteffekte”, sagt Horst Wollgarten. Eine Woche lang dauert für ihn die Festsitzung: Ab Dienstag, 26. Januar wird geprobt, Freitag Generalprobe, Samstag Sitzung, Montag Fernsehaufzeichnung - und das Quoten-Duell mit der Alemannia.
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