Spitz, diese Architektur: Beim CHIO wird neue Tribüne fertig

Von: Manfred Kutsch
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Aachen. Spannende Perspektiven für den Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) kurz vor dem CHIO Aachen 2014 (11. bis 20. Juli). Was entsteht auf dem benachbarten Gelände des maroden Aachener Polizeipräsidiums nach dem für 2017 geplanten Umzug der Behörde? Ein neuer Bendplatz? Eine Mehrzweckhalle?

Turnierleiter Frank Kemperman, zugleich Vorstandschef des ALRV, zuckt mit vielsagendem Lächeln die Schultern: „Stadt und Land kennen unsere Bedürfnisse“, sagt er – und zeigt sich offen gegenüber der Idee einer Mehrzweckhalle, „in der auch Pferdesport stattfinden“ könnte. Zumal die erfolgreichen Volleyballerinnen der „Ladies in Black“ ja auch eine neue Heimat und eine Perspektive bräuchten. Kemperman sagt: „Für konkrete Planspiele ist es noch zu früh, alles wird letztlich eine Frage des Geldes sein.“

1170 Plätze mehr

Da mag es den 59-jährigen Niederländer und seine Vorstandskollegin Helen Rombach-Schwartz beruhigen, dass zusätzliche Finanzmittel für die Europameisterschaften 2015 gesichert und für den CHIO 2014 zum Teil bereits umgesetzt sind. Am Investitionsvolumen von rund acht Millionen Euro beteiligt sich das Land mit drei Millionen, und das erste erkennbare Ergebnis kann sich sehen lassen: Die bislang offene Seite des Deutsche-Bank-Dressurstadions wurde mit einer futuristisch anmutenden Tribüne geschlossen, die mit 1170 Plätzen das Zuschauervolumen auf 6300 erhöht: „Das Dach öffnet sich wie ein Augenlid“, schwärmt Architekt Gerhard Wittfeld. Gewaltig wirkt der Tribünenvorbau, der auf der Windseite des Stadions dafür sorgen soll, dass auch die erste Reihe bei Regen trocken bleibt.

Die Expansion der stimmungsvollen Arena, hinter der eine neue Ruhezone entsteht, kommt wie gerufen. Ausgerechnet in diesem Jahr wirft ein spektakulärer Gipfel der Dressur-Elite seine Schatten voraus: Die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin und ihr Wunder-Wallach Valegro kommen in die Soers, Europameisterin Helen Langehanenberg und Erfolgspferd Damon Hill werden dabei sein, sehr wahrscheinlich nach zweijähriger Pause auch Matthias Alexander Rath und sein Zehn-Millionen-Hengst Totilas, dessen Nominierung allerdings noch aussteht.

Die Zuschauer können erstmals mit der CHIO-App auf ihrem Smartphone selbst richten – und mit der echten Wertung vergleichen. Fakt ist: Die Dressur erfährt in den letzten Jahren eine erhöhte Aufmerksamkeit. Dies gilt auch für die im Dressurstadion stattfindende Benefiz-Show „Pferd & Sinfonie“ am 11. und 12. Juli zugunsten des Kinderhilfswerks Unicef und der Sternsinger, die beide Projekte auf den Philippinen unterstützen.

Gut drei Wochen vor dem Start des in mehr als 140 Länder übertragenen CHIO mit einem Budget von zwölf Millionen Euro herrscht auf dem 26 Hektar großen Gelände alles andere als Ruhe vor dem Sturm. Gemeint ist nicht nur die zunehmende Hektik unter den 38 Mitarbeitern in der Geschäftsstelle. Draußen lärmen Lastwagen, Kräne, Pick-ups, Rasenmäher, Heckenscheren, Schlagbohrer, Hämmer, Betonmischer und Sägen um die Wette. Auf 22 000 Quadratmetern entsteht das Ladendorf aus 230 Zelten, Warteschlangen vor Imbissen sollen „nicht mehr die Hauptwege blockieren“, sagt Kemperman.

Ob im Kleinen oder Großen, der Schub an Veränderungen und Innovationen bricht in der Aachener Soers nicht ab: „Unmittelbar nach dem CHIO werden wir für die Europameisterschaften die Aachen-Münchener-Tribüne einer Betonsanierung unterziehen und mit einer neuen, klappbaren und breiteren Bestuhlung ausstatten“, kündigt Kemperman an. „Das wichtigste ist, dass wir nachhaltig bauen. Natürlich haben wir die EM im Blick, aber alles muss langfristig im Sinne des jährlichen CHIO konzipiert sein.“ Dies gilt auch für geplante neue Toiletten und einen neuen Stall für 28 Pferde.

Auflagen endlich erfüllt

Deren insgesamt 150 und bis zu 30 0000 Euro teuren Transporter stehen bereits beim kommenden CHIO erstmals nicht mehr im beengten Stallbereich, sondern auf einer zusätzlichen Fläche hinter der Gegentribüne. Damit wird der ALRV erst nach etlichen Jahren einer Sicherheitsauflage des Weltreitsportverbandes FEI gerecht, der deshalb die Lizenz für den CHIO bislang immer nur unter Vorbehalt erteilt hatte. Der CHIO Aachen ist also im Sinne der FEI-Statuten erst seit diesem Jahr eine legale Veranstaltung – eine weitere Premiere für den CHIO-Veranstalter Aachen-Laurensberger Rennverein.

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