Spekulationen über Aussage von Mircos mutmaßlichem Mörder

Von: dpa
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Fall Mirco
Eine Frau steht vor dem Grab von Mirco. Der zehn Jahre alte Junge war am 3. September im niederrheinischen Städtchen Grefrath verschwunden und ermordet worden. Foto: dpa

Düsseldorf. Der mutmaßliche Mörder des kleinen Mirco aus Grefrath will nach Medienberichten vor Gericht kein Geständnis im Sinne der Anklage ablegen.

„Mein Mandant wird im Prozess eine Erklärung abgeben”, sagte Gerd Meister, Anwalt des angeklagten 45-jährigen Olaf H., der „Bild”-Zeitung (Mittwoch). „Es wird kein Geständnis im Sinne der Anklage sein.” Dem „WAZ”-Onlineportal „derwesten.de” sagte Meister, die Aussage beziehe sich jedoch nicht auf die Tat selbst, sondern auf Details des Tathergangs. Der vierfache Vater ist wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexueller Nötigung angeklagt.

Der Prozess beginnt am 12. Juli am Krefelder Landgericht. Der Außendienst-Mitarbeiter eines Telekommunikationskonzerns hatte laut Polizei gestanden, den zehnjährigen Mirco entführt, missbraucht und getötet zu haben. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft Wut über eine ausgebliebene Erektion.

Zunächst hatte Olaf H. behauptet, Mirco aus Frust nach beruflichem Stress ermordet zu haben. Die Ermittler hatten dies aber bald als falsch eingestuft. Sein Verteidiger Meister hatte der Nachrichtenagentur dpa bereits im Mai gesagt: „Es gibt mehrere Varianten des Geständnisses meines Mandanten. Die Beweisaufnahme vor Gericht wird zeigen, welche die richtige ist.”

Mirco war am 3. September vergangenen Jahres auf dem Heimweg verschwunden. Erst im Januar war seine Leiche nach einer der größten Suchaktionen der Polizei in Deutschland gefunden worden. Ein Zeugenhinweis zum Auto des mutmaßlichen Täters hatte die Polizei auf die Spur von Olaf H. gebracht. Er selbst führte die Polizei zur Leiche.

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