Spektakulärer JVA-Ausbruch: Prozess beginnt diese Woche

Von: dpa
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Der Eingang der JVA Aachen. Foto: Roeger

Aachen. Die beiden Schwerkriminellen Michael Heckhoff (46) und Peter Paul Michalski (51) stehen ein halbes Jahr nach ihrem spektakulären Ausbruch aus dem Aachener Gefängnis vor Gericht. An diesem Donnerstag beginnt der Prozess am Aachener Landgericht.

Mit ihnen auf der Anklagebank sitzt der JVA-Beamte, der ihnen die Türen aus dem streng gesicherten Gefängnis in die Freiheit geöffnet haben soll.

Heckhoff und Michalski gelten als kaltblütig. Auf ihrer bewaffneten Flucht brachten sie insgesamt fünf Menschen in ihre Gewalt. 1500 Beamte suchten nach ihnen. Drei Tage nach dem Ausbruch schnappten sie den Geiselgangster Heckhoff in Mülheim, zwei Tage danach den Mörder Michalski auf einem alten Fahrrad bei Schermbeck am Niederrhein durch die Landschaft strampelnd.

Beide Männer sind zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Ihnen werden unter anderem schwere räuberische Erpressung, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme vorgeworfen, dem angeklagten Justizbeamten Beihilfe.

An den 17 Prozesstagen sind 45 Zeugen geladen, darunter auch die fünf Opfer, die zeitweise in der Gewalt der beiden Schwerverbrecher waren: Zwei Taxifahrer, die die Männer von Aachen nach Köln bringen mussten, eine 19-jährige Schülerin, die sie weiter nach Essen brachte, und ein Ehepaar aus Essen-Werden, in dessen Haus sie sich stundenlang einnisteten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der mitangeklagte Justizbeamte bei der Flucht eine entscheidende Rolle spielte. Heckhoff und Michalski sollen ihm versprochen haben, Banken zu überfallen und ihm dann einen Teil der Beute zu geben.

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