SPD muss im Nordkreis schwer bluten

Von: Stefan Klassen, Georg Pinzek und Karl Stüber
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Die CDU im Nordkreis hielt sich bei den Zweitstimmen wacker, die SPD musste dagegen zweistellige Verluste hinnehmen. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Die CDU hat im Nordkreis bei den Zweitstimmen die Nase vor der SPD. Die FDP hat sich als drittgrößte Kraft behauptet, gefolgt von der Linkspartei. Die Grünen haben ihr Ergebnis gegenüber 2005 verbessert.

Die SPD muss gegenüber der letzten Bundestagswahl, als zum letzten Mal das Zugpferd Achim Großmann antrat, kräftig Federn lassen. In Baesweiler sinkt die SPD gegenüber der Bundestagswahl 2005 von 41,1 auf 25,1 Prozent.

In Würselen, bislang durch Achim Großmann eine feste Bank für die SPD, verlieren die Genossen 10,8 Prozent und kommen auf nur noch 28,6 Prozent. In der Rodastadt erleidet die SPD mit einem Minus von 13,4 Prozent einen herben Stimmenverlust und landet bei der Marke 28,8. In Alsdorf wird die Marke von 45,8 von vor vier Jahren klar mit 33,59 Prozent verfehlt.

Die CDU legt in Baesweiler von 37,8 auf 41,1 zu. In Herzogenrath verliert die Union kaum. Ihr Ergebnis - 30,2 - liegt um nur 0,3 unter dem Niveau der letzten Bundestagswahl. In Würselen werden die Christdemokraten mit 33,4 stärkste Kraft, müssen jedoch ein Minus von 1,8 Prozent hinnehmen. In Alsdorf lautet liegt Ergebnis bei 29,5 Prozent, bei der letzten Bundestagswahl waren es 30,5.

Dass die Wähler im Nordkreis beim Gang zur Urne genau zu differenzieren wissen, zeigt sich vor allem in Baesweiler im Vergleich zur Kommunalwahl. Bei der Stadtratswahl erzielt die CDU knapp 70 Prozent, fast 30 Prozent mehr als bei der Bundestagswahl jetzt.

Die bei den Kommunalwahlen in Alsdorf und Herzogenrath angetretenen Linken, die auf 4,2 bzw. auf 6,6 Stimmenanteile kamen, schneiden bei der Bundestagswahl mit 10,5 und 10,9 Prozent ab. In Baesweiler erreichen sie stattliche 10,9 (in 2005: 4,8), in Würselen 8,4 Prozent bei den Zweitstimmen. In diesen Städten war die Linkspartei bei den Kommunalwahlen nicht angetreten.

„Fette” Gewinne fährt die FDP ein: In Würselen haben die Liberalen 16,3 Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinigt und legen somit um 6,2 Prozent zu. Stark sind die Freidemokraten auch in Baesweiler. Sie erreichen 13,3 Prozent und steigern sich um 5,6 Prozentpunkte gegenüber 2005. In Herzogenrath wächst die Zustimmung zu dieser Partei um 5,2 auf 14,5 von Hundert. In Alsdorf erzielen die Blau-Gelben 13,2 Prozent. Das sind 5,9 Prozent mehr als beim letzten Wahlentscheid auf Bundesebene.

Zu den Wahlgewinnern im Nordkreis zählen eindeutig auch Bündnis 90/Die Grünen. Im Schnitt bauen sie in allen vier Kommunen ihren Stimmenanteil um rund zwei Prozent aus.

Warten auf die Alsdorfer

Am Rande fällt auf: Die „Piraten” haben erstmals die mit Stimmen gefüllten Urnen „geentert” und den etablierten Parteien einige Anteile abgeluchst. In Baesweiler holen sie 1,5, in Würselen 1,6, in Alsdorf 1,7 und in Herzogenrath sogar 2,2 Prozent.

Deutliche Verzögerungen bei der Auszählung der Stimmen gab es in Alsdorf und Herzogenrath. Während in der Rodastadt ein Briefwahlbezirk Probleme bereitete, waren es in Alsdorf sogar zwei Bereiche, Busch und ein Briefwahlbezirk. In beiden „Bezirken” wurde am längsten gezählt - aber nicht fehlerlos. Deshalb musste am Abend unter zusätzlicher Aufsicht erneut ausgezählt werden, wie es auf Anfrage seitens der Verwaltung hieß. Schließlich stieg gegen 22.20 Uhr weißer Rauch über dem Alsdorfer Rathaus auf. Zünglein an der Waage des Gesamtergebnisses wurde Alsdorf dadurch aber nicht.

Leider hat gegenüber der Bundestagswahl 2005 die Wahlbeteiligung erneut abgenommen. Diesmal machten in Alsdorf lediglich 65,33 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch (2005: 74,7 Prozent), in Baesweiler waren es 70,6 Prozent (79,0), in Herzogenrath 72,4 (78,5), in Würselen 73,2 (79,5).
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