Berlin - SPD: Gabriel soll „Münte” beerben

SPD: Gabriel soll „Münte” beerben

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Der als Kanzlerkandidat gescheiterte Frank-Walter Steinmeier ist neuer SPD-Fraktionschef - und damit Oppositionsführer im Bundestag. Als Nachfolger für Parteichef Franz Müntefering ist Sigmar Gabriel im Gespräch. Zwei Tage nach dem SPD-Wahldebakel wurde der 53-Jährige Steinmeier am Dienstag von der neuen SPD-Fraktion mit 88,7 Prozent zum Nachfolger von Peter Struck gewählt.

Steinmeier machte vor der SPD-Fraktion deutlich, dass er nicht zusätzlich noch den Parteivorsitz anstrebe. Die Ämter sollten auf „mehrere Schultern” verteilt werden. Als aussichtsreicher Kandidat für den Vorsitz gilt der bisherige Umweltminister Sigmar Gabriel. Die SPD-Spitzengremien wollen sich voraussichtlich Anfang nächster Woche auf einen gemeinsamen Personalvorschlag für den Parteitag Mitte November in Dresden verständigen.

Bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz erhielt Steinmeier 126 Ja-Stimmen, 16 Abgeordnete votierten mit Nein. Steinmeier kündigte einen harten aber konstruktiven Oppositionskurs an. Die SPD werde nicht in einen „Wettbewerb mit populistischen Parolen verfallen”, sondern „jeden Tag bereit sein, wieder die Regierung zu übernehmen”. Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion wurde erneut Thomas Oppermann. Er erhielt 107 Ja-Stimmen, mit Nein votierten 24 Abgeordnete, 4 enthielten sich.

Die Homepage wurde aktualisiert