Sparen dank einer dünneren Schriftart

Von: Madeleine Gullert
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Top Fünf: Diese Schriften sparen laut einer niederländischen Studie am meisten Tinte. Grafik: Claaßen

Aachen. Mit einem einzigen Klick könnte die Stadt Köln ihre Druckkosten senken. Das glaubt Thomas Hegenbarth, der in Köln für die Piraten im Stadtrat sitzt. Mit einer effizienteren Schrift könne die Verwaltung Kosten für Tinte und Toner – das Farbmittel bei Laserdruckern – einsparen, sagt er.

Die Stadt Köln bedruckt laut Pressestelle pro Jahr 50 Millionen Blatt Papier mit Briefen an Bürger und interne Ausdrucke. Hegenbarth hat deshalb angeregt, die Schriftart zu ändern.

Im Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen wurde der Vorschlag angenommen. Die Stadt prüft aufgrund des Ratsauftrags einen Wechsel von der jetzigen Schrift – Arial – zu einer engeren, dünneren wie beispielsweise Garamond.

Teure Lizenz

Im Jahr 2012 sind der Stadt Köln laut Hegenbarth Kosten in Höhe von mehr als 305.000 Euro entstanden – allein durch den Schriftverkehr zwischen Verwaltung und politischen Gremien.

Das niederländische Unternehmen Printer.com veröffentlichte 2010 eine Studie, wonach die Wahl der Schriftart beim Druck von Dokumenten bis zu 31 Prozent Kostenersparnis bringen kann. Am günstigsten käme man demnach davon, wenn man alles in Century Gothic drucken würde; gegenüber der beliebten Schriftart Arial – auf Platz sechs der Studie – ließen sich so bis zu 31 Prozent Kosten sparen.

Die ersten Prüfergebnisse seitens der Verwaltung sprechen aber nicht für einen Wechsel der Schriftart. „Bei einer neuen Schrift müssten wir teure Lizenzen erwerben, die Einsparungen stehen da in keiner Relation“, sagte Inge Schürmann, Sprecherin der Stadt Köln, auf Anfrage unserer Zeitung. Dass es sich zurzeit nicht lohne, werde in einigen Tagen die Antwort der Verwaltung an den Rat sein. Der muss dann entscheiden. Schürmann betont, dass nur zehn Prozent der Ausdrucke auf kleinen Toner fressenden Druckern ausgedruckt würden.

Zu den Toner-Sündern gehört auch der Kreis Düren. In der Verwaltung werden Bescheide in Arial mit Punktgröße 12 gedruckt, wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilte. „Das ist eine ausgewogene Wahl im Hinblick auf Lesbarkeit und Papierverbrauch“, sagte eine Sprecherin.

Während die Verwaltungsangestellten des Kreises Heinsberg ganz frei in ihrer Wahl sind, hat man sich bei der Gründung der Städteregion Aachen Gedanken über die hausinterne Schrift gemacht, erklärt Städteregionssprecher Detlef Funken. „Die Schrift Lucida Sans Unicode wurde dahingehend geprüft, dass viel Text auf ein Blatt passt.“

Auch die Stadt Aachen druckt papiersparend. Dort wird ebenfalls die enge Schrift Arial Narrow genutzt. Sie ist platzsparend, erklärt Rita Klösges, stellvertretende Leiterin der Pressestelle. Die Schrift sei ausgewählt worden, als man vor einigen Jahren das Corporate Design für die Stadt festlegte. „In vielen Bereichen arbeiten wir aber auch papierlos“, sagt Klösges. Die Kreisverwaltung Düren setzt ebenfalls auf weniger Papierverbrauch. An 450 Arbeitsplätzen werde rein digital gearbeitet, in vielem Gremien gebe es papierlose Sitzungen, wenn möglich werde doppelseitig ausgedruckt.

Städteregion: „Druckerkonzept“

„Ich denke, dass es besonders wichtig ist, mehr Kommunikation elektronisch zu gestalten“, sagt Städteregionssprecher Funken. Das gelte auch für die Kommunikation mit Bürgern. Auch in der Städteregion gebe es ein „Druckerkonzept“, das Papierverschwendung vermeiden soll: Nicht jeder Mitarbeiter hat einen Drucker am Platz, sondern es gibt zentral große Drucker, die Toner sparen. Außerdem gebe es den Hinweis an die Mitarbeiter, nicht jedes Dokument auszudrucken. Papier sparen – das ist auch der Weg, den man in Köln auf gehen will. Schürmann: „Vorlagen müssen ja nicht unbedingt 35, sondern ruhig 30 Seiten lang sein.“

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