Düsseldorf - Sozialbetrug in Schlachthöfen: Sechs Männer in Haft

Sozialbetrug in Schlachthöfen: Sechs Männer in Haft

Von: dpa
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Düsseldorf. Mehrere Subunternehmer des drittgrößten deutschen Fleischvermarkters Westfleisch sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird Sozialversicherungsbetrug in Höhe von insgesamt sechs Millionen Euro vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Dienstag.

Er bestätigte damit Angaben des ARD-Magazins „Report Mainz”. Am Montag seien sechs Männer festgenommen worden. Sie sollen als Vertragspartner von Fleischvermarktern über mehrere Jahre Sozialabgaben von Angestellten in Schlachthöfen nicht in voller Höhe abgeführt haben, sagte der Sprecher. Die Tatvorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2003 bis 2005. Den Beschuldigten drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft.

Hauptbeschuldigter ist ein 46 Jahre alter Unternehmer aus Mönchengladbach. Ihm und zwei weiteren Beschuldigten sollen etwa 30 Gesellschaften gehören, die Schlachthelfer an Fleischvermarkter - darunter Westfleisch - vermittelt haben sollen, um in deren Schlachthöfen Schweine zu zerlegen.

„Hinter diesen Subunternehmen hängen weitere Subsubunternehmen, denen die drei weiteren Beschuldigten zuzuordnen sind”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Insgesamt gehe man von einem Geflecht von 100 Sub-Unternehmen aus. Bereits im April 2006 seien etwa 45 Firmen untersucht und 2500 Ordner sichergestellt worden. 2008 habe es dann weitere Untersuchungen in rund 45 Firmen gegeben.

Bei Westfleisch in Münster hieß es, es habe bisher keine Probleme mit dem Hauptverdächtigen gegeben. „Unsere letzte Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat keinen Anlass zur Beanstandung gegeben”, sagte ein Firmensprecher.

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