Sonnenblume bringt Forscher auf Idee für Solarkraftwerk

Von: th/abt
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Die Wissenschaftler orientierten sich am Vorbild der Samen einer Sonnenblume. „Man wandert dazu von der Mitte aus spiralförmig nach außen und platziert die Spiegel wie bei den Sonnenblumensamen immer um einen festen Winkel weiter”, erläutert Torrilhon. Foto: dapd

Aachen. Der RWTH-Mathematikprofessor Manuel Torrilhon hat zusammen mit Kollegen vom Massachusetts Institute for Technology (MIT) ein neuartiges Design für Spiegel-Solar-Kraftwerke entwickelt.

Es spart Stellfläche und wandelt das Sonnenlicht effizienter als herkömmliche Anlagen in Energie um. Die Forscher aus Aachen und Boston haben gemeinsam ein Patent auf ihre Idee angemeldet, das Verfahren läuft.

Für das interdisziplinäre Forschungsprojekt hat Torrilhon mit dem ehemaligem RWTH-Forscher Alexander Mitsos, heute Professor am MIT, zusammengearbeitet. Zur Optimierung der Solarkraftwerke nutzt Torrilhon die Anordnung der Samen einer Sonnenblume und überträgt sie auf die Anordnung der Spiegel des Kraftwerks.

Als Torrilhon einen Vortrag von Mitsos über die Optimierung von Solarkraftwerken hört, erinnert ihn eine Grafik an eine Sonnenblume. „Die spiralförmige Anordnung der Sonnenblumensamen basiert in der Mathematik auf einem klassischen Beispiel für optimale Anordnung, welches unter Ingenieuren nicht unbedingt so bekannt ist.”

Mitsos und sein Doktorand Corey Noone konnten dann per Computer nachweisen, dass mit dem neuen Layout die Spiegel näher aneinander stehen, so wertvolle Fläche sparen und gleichzeitig die Spiegel das Sonnenlicht so reflektieren lassen, dass man daraus effizienter Energie gewinnt.

Die Wissenschaftler orientieren sich am natürlichen Vorbild der Samen einer Sonnenblume. „Man wandert dazu von der Mitte aus spiralförmig nach außen und platziert die Spiegel wie bei den Sonnenblumensamen immer um einen festen Winkel weiter”, erläutert Torrilhon. „Immer nach etwa 137 Grad stellt man den nächsten Spiegel auf, wobei man dabei spiralförmig nach außen wandert.”

So könnte auch in Sevilla eine der größten Anlagen der Welt, die schon jetzt 6000 Haushalte mit Strom versorgt, auf weniger Fläche und effizienter gebaut werden. Experten schätzen, dass solche Anlagen das Potenzial haben, genug erneuerbare Energie zu erzeugen, um die USA (!) zu versorgen.

Bislang stehen die 600 Spiegel von Sevilla, jeder halb so groß wie ein Tennisfeld. Jeder Spiegel nimmt Sonnenlicht auf und gibt es an einen hohen Turm weiter, wo die Sonnenhitze in elektrische Energie umgewandelt wird. „Weil riesige platte Flächen nicht immer verfügbar sind”, sagt Torrilhon, ist es umso wichtiger, dass Flächen sparsam verbraucht werden. Der nächste Schritt ist, die Theorie auf Hügel anzuwenden.”
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