Solarantrieb fürs Faltboot: Das ist neu auf der „boot 2010”

Von: Ulrike Hofsähs, dpa
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Wassersportmesse boot
Die "boot 2010" in Düsseldorf beginnt am Samstag und endet am Sonntag. Rund 1550 Aussteller präsentieren ihre Angebote. Foto: dpa

Düsseldorf. Zum Tauchurlaub in den Süden - und die ganze Ausrüstung passt im Flieger ins Handgepäck. Auch der Aktivurlaub lässt sich noch bequemer gestalten, wie die Neuheiten auf der Wassersportmesse „boot 2010” ab diesem Samstag in Düsseldorf zeigen.

Die weltgrößte Wassersportmesse präsentiert bis zum 31. Januar die ganze Bandbreite der Freizeitbranche am, auf und im Wasser.

Ein Freizeit-Paddler beispielsweise kann sich künftig manche Anstrengung sparen und im Faltboot den mit Sonnenenergie gespeisten Motor anwerfen: 4,5 Kilogramm schwer ist die muskelschonende Ausrüstung, die als Prototyp am Freitag auf der Messe vorgestellt wurde. Und sogar ein sperriges Kanu passt zum Beispiel in ein Auto, wenn man es in zwei Teile zerlegen und ineinanderschieben kann.

Besucher der „boot” können Badehose und Handtuch mitbringen und Trendsportarten wie etwa „Stand-up-Paddling” im Schwimmbecken ausprobieren: Dabei steht man auf einem wackeligen Brett und bewegt sich mit einem langen Paddel vorwärts. „Es ist wie Nordic Walking auf dem Wasser”, sagt der Münchner Stand-up-Paddler Andy Mencke. Und falls experimentierfreundige Gäste bei ihren Versuchen doch ins Becken plumpsen - das Nass ist wohlige 27 Grad warm.

Kleine und preiswerte Schiffe sind auf der „boot” im Kommen: So bietet etwa ein Unternehmen aus Greifswald eine „Einsteigerkieljacht” an. Das 5,50 Meter lange Boot soll im segelfähigen Zustand weniger als 10 000 Euro kosten. „Wir wollen neue Kunden werben für den Segelsport”, sagt Jan Spengler, der Koordinator des Projekts, über die „Jacht für Jedermann”. Gebaut wird die „Varianta” in Meschede im Sauerland. Auch andere Anbieter denken wieder im kleineren Maßstab.

Die Bootsbranche befinde sich im Umbruch, betont der Präsident des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, Robert Marx: Hatten in den 90er Jahren noch 2,5 Prozent eines Altersjahrgangs ein eigenes Boot, so sind es inzwischen nur noch zwischen 1 und 1,5 Prozent. Der Nachwuchs fehlt. Und Neueinsteiger benötigen kleine Boote für Fahrten auf Flüssen, Kanälen und Seen.

Natürlich haben auf der „boot” auch Luxusschiffe ihren Platz. 37 Meter lang ist die größte Jacht, die aufgebockt in Halle 6 steht. Die Motorjacht mit üppig ausgestatteten Kabinen, Bädern und großem Wohnzimmer wurde für einen Griechen gebaut. Kostenpunkt: 12,3 Millionen Euro. Im Anschluss an die Messe wird die nagelneue Jacht via Rhein und Rotterdam nach Griechenland gebracht.

Wimpel und Taue, Schiffszubehör, Surfbretter, Seekarten und Angelruten - die „boot” zeigt die Vielfalt des Wassersports. 2009 kamen fast 240 000 Besucher zu der neuntägigen Messe, in diesem Jahr sollen es ähnlich viele sein. Auf knapp 90 000 Quadratmetern breiten sich 1568 Aussteller aus - beide Zahlen sind etwas niedriger als im Vorjahr.
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